Bericht Spreewald-Duathlon am Briesener See 21.5.2016

von Dirk Bettge

Wetter: bis 24 °C, sonnig, mäßiger Wind. Insgesamt ca. 250 Teilnehmer.

Der diesmal wieder etwas spätere Termin Ende Mai verhalf dem Spreewald-Duathlon zu einem wunderschönen und fast optimalen Frühsommer-Tag mit angenehmen Temperaturen und nicht allzu viel Wind. Bei der Anreise waren schon knapp 20 Grad, und die Sonne kam langsam raus, so dass man über Bekleidung im Rennen nicht mehr nachdenken musste. Was hatten wir doch für kalte Wochen in der letzten Zeit!

Trotz einiger Absagen gingen noch insgesamt 9 Sisus an den Start, damit waren wir mal wieder gut im Rennen.

Sprint 5 L - 19 R - 2 L

Von Schlangenbissen und dem richtigen Tempo

Für Carl, Stuart und mich war dieser knackig kurze Duathlon eine erste Standortbestimmung für die anlaufende Saison und die Serie der Regionalliga-Wettkämpfe, weswegen wir uns dieses Jahr eher den kurzen Strecken verschrieben haben. Susi ist erstmals in der W50 unterwegs, während wir 3 Senioren uns gerade alle in der M45 tummeln. Domenic startet (auch schon) letztjährig in der M20 und dürfte ab kommendem Jahr auf jede Menge Konkurrenz stoßen.

Nach dem Startschuss zog mir Carl recht bald davon, während ich noch eine Weile mit Stuart lief und ihn bis zum ersten Wechsel in Sichtweite behielt. Als wir an der Zeitnahme waren, rannte Carl drüben gerade mit dem Rad wieder raus aus der Wechselzone. Nachdem ich Stuart überwechselt hatte, machte ich mich auf die Verfolgung. Mit leichtem Rückenwind lief es sehr schön, und ich konnte Carl nach einem Drittel der Strecken stellen. Nach der Wende konnte ich ein Grüppchen überholen und einer stand mit Defekt am Rand – das war schonmal Rang 7.

Ich habe nachgezählt: das 9te Mal war ich jetzt beim kurzen Duathlon dabei – was kann da noch passieren auf dem kurzen Restlauf? Regen, Kälte und Wind sind wohlbekannt, das hatten wir dieses Jahr alles nicht. In dem vorletzten Waldstück ca. 4 km vor dem zweiten Wechsel überholte ich gerade den 7ten knapp neben dem Mittelstreifen der Straße, als es einen kräftigen und lauten Schlag an beiden Laufrädern gab – offenbar bin ich über einen größeren Asphaltpickel gefahren, den ich nicht gesehen hatte. Leicht verunsichert beobachtete ich beide Laufräder. Nach einer halben Minute war der Reifen vorne platt. Was nun? Überraschenderweise lief das Rad noch ganz gut, deshalb beschloss ich, es ohne Reparatur ins Ziel zu versuchen und fuhr ziemlich vorsichtig durch die 90-Grad-Kurve im letzten Ort.

Mit dem zusätzlichen Adrenalin wegen des Schrecks versuchte ich mit erhöhtem Kraftaufwand das Tempo zu halten, damit das überholte Grüppchen nicht schon in der Wechselzone dran wäre. Und es hat geklappt: Gefühlt mit 2 kmh weniger und unter Keuchen ging's endlich vom Rad in die Wechselzone. Der zweite Lauf war dann extrem hart und mit Seitenstechen, da fehlten jetzt einfach die Körner, die für den Zieleinlauf hätten übrig sein sollen. Aber letztlich kam doch bloß noch der schnelle Jung-Triathlet vorbei, der mich vermutlich eh gekriegt hätte.

Siegerehrungen W50/55, M20, M45

Bei der Siegerehrung stellt sich dann heraus, dass Susi und ich unwissenderweise genau die richtige Platzierung erreicht hatten, um an die bekannten Spreewald-Handtücher zu kommen: Die Sieger der Altersklassen bekamen Pokale und die dritten – Überraschung! – saure Gurken. So gab's nur für zweite Plätze Handtücher. Carl ist bloß 10 Sekunden an den sauren Gurken vorbei geschrammt. Domenic hat sich wiederum stark verbessert und dadurch bereits ins vordere Drittel vorgearbeitet. Und unser Masters-Team hat sich gut und homogen präsentiert.

Der Schlauch des Vorderrads zeigte bei der abendlichen Reparatur den typischen "Schlangenbiss", d.h. die Felge und der Asphaltpickel haben auf einer Seite Reifen und Schlauch komplett zusammen gedrückt und dadurch zwei Löcher in den Schlauch gestanzt, s. Bild oben. Der relativ fest auf der Felge sitzende Conti-Reifen hat im Nachhinein gesehen überaschende Notlaufeigenschaften bewiesen und ist nicht sichtbar beschädigt.

5 - 19 - 2; 35 Frauen und 82 Maenner im Ziel
beide Wechsel in der Radzeit

Plm Plw  Name                Verein        AK  Pl  gesamt   Lauf1      Rad       Lauf+Rad     Lauf2
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      1  Moewius, Joyce      Asics Frontr. W35  1  1:04:40  21:38(21)  35:07(37)   56:45(26)  7:55(18)
     14  Bettge, Susi        Sisu Berlin   W50  2  1:13:45  26:28(81)  38:06(72) 1:04:34(75)  9:11(49)
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  1      von Oy, Valentin    A3K Berlin    M25  1    54:33  18:01( 1)  29:39( 3)   47:40( 1)  6:53( 1)
  7      Bettge, Dirk        Sisu Berlin   M45  2    58:58  21:16(20)  29:49( 4)   51:05( 6)  7:53(15)
 12      Isaac, Carl         Sisu Berlin   M45  4    59:52  20:09(10)  32:03(13)   52:12(12)  7:40(10)
 16      Yule, Stuart        Sisu Berlin   M45  5  1:01:28  21:08(19)  32:23(14)   53:31(17)  7:57(20)
 26      Achterberg, Domenic Sisu Berlin   M20  1  1:05:37  22:51(37)  34:04(27)   56:55(28)  8:42(34)
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Mitteldistanz 19 L - 84 R - 5 L

Bilder des Leidens und Gesamtpodium für Stephen

Auf die lange Tour der Leiden hatten sich wiederum 4 Sisus gewagt. Im Ergebnis herausragend ist natürlich Stephens dritter Platz auf dem Gesamt-Podium, wozu man noch sagen muss, dass der lange Wettkampf traditionsgemäß deutlich stärker besetzt ist als der kurze.

Die Leiden beginnen erfahrungsgemäß auf der zweiten Radrunde, wenn die durch den vorausgegangenen Halbmarathon auf crossiger Strecke ermüdeten Beine keinen ganz hohen Schnitt mehr fahren möchten. Nach dem zweiten Wechsel zeigt sich dann, wer bereits genug Kilometer in den Beinen hat und sich das Rennen richtig eingeteilt hat. Bei Stephen war jedenfalls keine Schwäche erkennbar, sowohl Rad- als auch den zweiten Lauf-Split kann man nur als hervorragend bezeichnen. Martin hat offenbar mit verhaltenem Beginn eine kluge Einteilung gefunden.

Beginn Lauf 2

Der Tiefpunkt ist immer der Übergang vom Rad auf den zweiten Lauf – die Bilder sprechen wohl für sich. Danach wird's dann langsam wieder, und alle Sisus sind mit guten Zeiten ins Ziel gekommen, die Laufzeiten hinten raus sind allesamt sehr respektabel, da hat man schon schlimmeres erlebt! Sowohl Nourreddine als auch Jörg haben sich deutlich weiter vorn platziert als im Vorjahr.

Zieleinläufe

Siegerehrungen Männer gesamt, M45, M30 (diese Fotos: M. Seller)

19 - 84 - 5; 10 Frauen und 104 Maenner im Ziel

Plm Plw  Name                  Verein                AK  Pl  gesamt   Lauf1       Rad         Lauf1+Rad   Lauf2
===================================================================================================================
      1  Hesslich, Sarah       TSV Cottbus           W25  1  4:02:02  1:17:48(23) 2:21:10(20) 3:38:58(19) 23:04(14)
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  1      Kruse, Dennis         Tri-Sport Schwerin    M25  1  3:42:44  1:12:54( 9) 2:07:37( 3) 3:20:31( 1) 22:13( 5)
  3      Bode, Stephen         Sisu Berlin           M45  1  3:46:21  1:17:28(20) 2:07:34( 2) 3:25:02( 3) 21:19( 3) 
 26      Seller, Martin        Sisu Berlin           M30  3  4:07:50  1:24:01(43) 2:19:23(16) 3:43:24(26) 24:26(24)
 42      Semghoun, Nourreddine Sisu Berlin           M35 10  4:20:07  1:23:50(42) 2:30:42(44) 3:54:32(42) 25:35(39)
 53      Zotzmann, Jörg        Sisu Berlin           M45 10  4:32:12  1:28:47(68) 2:38:12(61) 4:06:59(61) 25:13(36)
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Vollständige Ergebnislisten auf der Homepage des Triathlon Spreewald e.V.


© TriGe Sisu Berlin; 22.5.2016