Tour Transalp 26.6.-2.7.2011

von Olaf Moné (Olafs Tagebuch, transskribiert aus dem Sisu-Forum und mit Bildern angereichert)

23.6.

Hallo Sisus, ich starte bekanntlich am So. 26.06. zur Trans Alp mit dem Rennrad, 7 Etappen - 920 km - 19550 Hm und wollte ein kleines Tagebuch führen in der Hoffnung, dass ich immer irgendwo ins Netz komme, na schauen wir mal.

So, nun kurz zu den Daten: Europas größtes Etappenrennen kann unter www.tourtransalp.de bestimmt mitverfolgt werden. Ich starte im Team mit Mike (kein Sisu). Die Zielzeit zählt immer wenn der Zweite im Ziel ist, es nützt also nichts das einer weit vorne fahrt, sondern das Team zählt. Steffi und Sabine kommen mit dem Auto hinterher und genießen die Landschaft.

Ich, z. Zt. 46 Jahre, 179 cm bei glatt 80 Kg und 15 % Fettkörperanteil habe ein Ruhepuls von 40 und max 182. Ich starte mit ca. 6600 km in den Beinen und möchte auch hier kurz die fleißigen Sisus danken die die letzten langen Ausfahrten mit mir zusammen gefahren sind, hat Spaß gemacht, vorne kurz die Zusammenfassung:

In der Regel bin ich immer freitags Intervalle auf der Krone gefahren, Samstag ruhige Einheiten 120 - 150 km und am Sonntag ruhige 150 - 180 km, Himmelfahrt und Pfingsten je ein 4er Block. Ach ja mein Renner... mmhhhh ein heißes Aluteil, entspannte 7,0 Kg, Schaltung vorne 39/53, hinten Neunfach mit Bergritzel 11-32, ich werde mal schauen, Micha, ob ich das 32 blank wieder mit nach Hause bringe bei z.T. 18 Prozent Steigungen...

Geplante Renneinteilung: 1 -3 Etappe locker radeln, nicht mitziehen lassen. 4 und 5 Etappe überleben, egal wie, 6 und 7 Etappe dann zum Angriff blasen, wenn es noch geht – Ich fühle mich jedenfalls gut, bin fit wie ein Turnschuh und freue mich auf das Abenteuer. So das erstmal in Kürze, melde mich dann, hoffentlich tagesaktuell.

Bleibt gesund und Euch Allen gutes Gelingen!

25.6.

Nach der gestrigen entspannten Anreise von ca. 720 km nach Sonthofen, haben wir ein richtig schickes Hotel erwischt. Da Steffi die Routenunterkünfte ausgesucht und gebucht hat, ist jede Übernachtung eine Überaschung. Es ist mal wieder Wahnsinn, was an Material und Maschinen hier auffährt. Hier wird schon geschraubt und gefahren was das Zeug´s hält.

Jeder ist schöner, schicker und schneller. Insgesamt sind 29 Nationen vertreten in 650 Teams und zum Teil größere Vereins-Gruppen sind auch am Start. Die Abholung der Startunterlagen war easy und völlig entspannt. Die Veranstaltermesse war sehr übersichtlich und nicht wirklich interessant. Hat uns eine Menge Geld gespart!! Unsere Teamname ist natürlich SISU Berlin, mit der Startnummer 517 a (lMike) und 517 b (Olaf). Auf den Start morgen um 10:00 Uhr freue ich mich schon...damit es endlich losgeht. Das Wetter für morgen soll sonnig und 29 Grad warm werden. Also wie bestellt.

27.6.

Ich weiß gar nicht womit ich anfangen soll... Nachdem Olaf erst mal rechtzeitig den Abend vorm Start die Polaruhr "in Arsch" (Schwimmbecken) gemacht hat, konnte die Tour ja in Ruhe losgehen. Aber dank der Leihuhr von Sabine ist alles im Blick. Mein größter Fehler war, gedanklich die Tour als Wettkampf zu sehen. Das hat sich am Sonntag bei der ersten Etappe fast als Katastrophe gezeigt. Mike und ich sind diese zwar nicht als Rennen gefahren, jedoch recht zügig und immer im Pulk... Das Ergebnis ist zwar eine recht gute Zeit, aber wir beide haben anschließend unter muskulären Problemen und Krämpfen gelitten.

"Tut mir leid, Micha", aber schon gestern brauchte ich für 2 Std. mein neues Lieblingsritzel. Größe 32!! Die neue Aussicht für die nächsten 6 Etappen heißen nun Marathon-Ausfahrt. Eine Menge Schwung wurde in der heutigen Etappe rausgenommen und Verpflegungsstellen angefahren. So, die Frage war,was ist denn eigentlich der Hahntennjochpass?? Hölle, Hölle, Hölle!! 18 km mit 18% in 1,5 Std. bergauf. Teilweise mit 7-8 km/h.....Micha, ich hatte keine Chance. Organisatorisch wurden die Vorbereitungen top geplant. Macht Spass. Sagt Steffi jedenfalls...

Gestern 121 km mit 2500 Hm und heute 149 km mit 2800 Hm. Morgen geht´s nach Italien mit der längsten Etappe 160 km mit 2600 Hm. Mein Grundlagentraining hat sich ausgezahlt bisher. Jedoch die Alpen sind verdammt schwer zu fahren. Schöne Grüße an Uwe, Stefan vom habe ich auch schon getroffen. Ein Highlight ist, dass es doch eine Menge Radfahrer gibt, die ihr Rad den Berg hoch schieben. Wir schauen, was die nächsten Tage so bringen... Mein Motto heißt: Überleben.

Viele Grüße aus Ösiland Steffi und Olaf

29.7.

Es ist schön,das Ihr mit mir seid – der 4. Tag in Folge mit Sonne über 30 Grad (der Regen kam erst heute, Bertram). Die gestrige Etappe war mit 160 km und 3 Pässen mit insgesamt 2600 Hm die Längste, und auch mit 35 Grad, die Heißeste!! Seit gestern bin ich im Reinen mit der Tour. Habe mich in der 2.und 3. Etappe aufgrund der guten Grundlage gut erholt. Die Beine sind müde, jedoch ist der Akku nicht leer. Da wir in der Regel bisher einen neutralen Start haben (mit Motorrad-Escorte) 20 km aus der Stadt begleitet - kann man die Beine dadurch wieder locker fahren.

Es gibt 4 Startblöcke A-D und wir starten meistens in C. Bei der gestrigen Etappe ist mir nach 20 km eine Speiche vom Hinterrad gerissen. Dank der mobilen Rose Mechanikern ist der Schaden nach 20 Min mit einem neuem Hinterrad und MEINEM Lieblingsritzel behoben worden. Durch die Zeitverzögerung ist das Startfeld D an mir vorbeigezogen und somit war ich wohl Letzter. Es ist ein schönes Gefühl, bei ruhigem und gleichmäßigem Tempo wieder einige zu überholen. Aber das Wichtigste war, dass die Tour weitergehen konnte.

Die heutige Tour bei Sonne und 32 Grad NUR 118 km - dafür die meisten Hm von 3600 und 3 Pässen in 6:55 Std. Davon alleine das Stilfser Joch 2200 Hm, 48 Kehren und 24 km am Stück. Fahrzeit allein dafür 2:10 Std. Aber das Panorama ist beeindruckend. Ansonsten fühl ich mich erstmal gut, heute Abend/Nacht kommt nun endlich der Regen (ja endlich) und es kühlt sich endlich ab. Das Bergfest ist heute gut über die Bühne gelaufen und es verbleiben noch die letzten 3 Etappen

3.7.

Es ist vollbracht!! Wir sind gesund und nicht ganz munter in Arco ins Ziel gefahren. Die fùnfte Etappe war die Kùrzeste mit 111 km, jedoch fùr mich die Schwerste. Wir sind einen Grossteil der Giro D' Italia Bergetappe gefahren (Pantini-Denkmal) 12,5 km 19% Steigung 2 Std. Fahrzeit. Hat mir alles abverlangt, viele haben geschoben einige wenige aufgegeben. Die Abfahrten waren auch nicht entspannt bei 85 km/h bremse auch ich und die Anspannung im gesamten Oberkòrper und Nackenbereich ist genauso schlimm, wie das Hochfahren.

Die 6. Etappe, fùr viele die Kònigsetappe, war mit 140 km und 3.200 Hm in 6:45 Std. auch erledigt.

Die 7. und letzte Etappe sind laut Veranstalter nur 78 % der Teilnehmer angetreten. Die 120 km mit 2.200 Hm fuhren sich mit dem Ziel vor Augen, in 4:48 Std., bei schònem Wetter schleppend dahin.

Wir hatten alle Etappen viel Sonne - zum Schluss allerdings nicht mehr so heiss, was uns ja zu Gute kam. Zusammenfassend war alles super organisiert, tolles Event, sehr gute Verpflegung und fùr uns war mit Ges.Platz 398 in 42:42 Std. die Welt in Ordnung. Nun mache ich einen Tag Radpause und wùnsche Euch allen ein gutes Gelingen bei Euren Wettkämpfen. Viele liebe Grùsse vom Gardasee auch von Steffi!

Ergebnislisten hier


© TriGe Sisu Berlin; 15.7.2011