Tria-Hatz Finsterwalde 2.4.2017

von Susi Bettge

Triathlon am 2. April? Als Dirk und Sonja mich – kaum ist der Grunewald endlich aufgetaut – von dieser Idee unterrichten, bin ich erst mal sprachlos. Aber nur zum Zugucken extra bis nach Finsterwalde fahren, finde ich auch blöd, also stehen wir zu Dritt in der kleinen, aber feinen Anmeldeliste für die "Tria-Hatz in der Sängerstadt" des SV Neptun 08 Finsterwalde. Den Verein und seine Veranstaltungen kennen wir seit 15 Jahren vom damaligen Finsterwalder Duathlon und dem aktuellen Duathlon (immer am 3. Oktober) in Schönborn.

Der Triathlon wird über die Sprint-Distanz ausgetragen. Geschwommen wird in 3 Startwellen auf den fünf 25-m-Bahnen in der Spaßbad-warmen "Fiwave" (Fiwa-Ve? Was soll denn das sein? Nee – Fi-Wave, achso). Dirk und ich bekommen die zweite Startwelle, Sonja wird als "jung und schnell" eingeschätzt und muss sich in der dritten Startwelle einordnen. Nach einer Umkleidepause, die auch noch genug zeitlichen Spielraum zum Haare föhnen gewährt, trifft man sich im benachbarten Stadion, auf dessen Fußballrasen die übersichtliche Wechselzone eingerichtet ist. Die zweite Disziplin wird im Jagdstart angegangen: Entsprechend der Schwimmrückstände werden die Teilnehmer/innen auf der Laufbahn losgelassen, dürfen gut 100 m zur Wechselzone rennen, dort ihr Rad schnappen und sich auf zwei 10 km-Runden machen.

Das Wetter könnte besser nicht sein. Schon beim Schwimmen kommt die Sonne raus und durchflutet die Halle, was gleich zu ersten ernsthaften Schweißausbrüchen beiträgt. Bei leichtem Wind und fast völlig flacher Strecke wird gleich zum Saisonstart mächtig aufs Radtempo gedrückt. Eine ca. 2 km lange Passage der Radstrecke verläuft im Gegenverkehr, hier kann man seine Position einschätzen. Sonja, als dritte Frau auf die Radstrecke gegangen, kommt mir am Ende der ersten Radrunde schon als Spitzenreiterin entgegen, knapp dahinter Dirk. Der lässt es laufen, schließt bei km 15 der Radstrecke zu Sonja auf und kommt kurz vor ihr zum zweiten Wechsel.

Ich habe beim Schwimmen zwar noch ein paar Leute hinter mir gelassen, die kommen aber fast alle schon in der Wechselzone oder auf den ersten Radkilometern an mir vorbei. Eine Frau ist noch übrig, die mich anfangs der zweiten Radrunde ein- und überholt. Nunmehr Trägerin der roten Laterne, versuche ich mich in respektvollem Abstand an ihr "festzubeißen", um nicht zu viel Rückstand einzufahren. Kurz vor Ende der Radstrecke sammeln wir noch eine weitere Teilnehmerin ein und kommen zu Dritt annähernd gleichzeitig zum zweiten Wechsel.

Es geht wieder für eine halbe Runde auf die Laufbahn und dann aus dem Stadion raus in das benachbarte Wäldchen, wo eine 5-km-Runde zu absolvieren ist. Sonja holt Dirk schon am Ausgang des Laufstadions wieder ein und brummt ihm noch eine gute Minute Rückstand bis zum Ziel auf. Damit gewinnt sie die Frauenwertung, ein gelungener Saisonauftakt! Dirk gibt beim Schwimmen und Radfahren alles, betreibt auf der Laufstrecke erfolgreich Platzhalten und finisht im erweiterten Vorderfeld. Ich schaffe die Laufbahn gerade noch zu verlassen, bevor der Sieger reinkommt – puh! Die Waldwege sind super zu laufen, teils sogar asphaltiert, die 5 km gehen erfreulich schnell rum. Den Sichtkontakt zu meinen Konkurrentinnen, die beide vor mir in das Wäldchen einbiegen, kann ich halten, aber der Rückstand lässt sich einfach nicht verringern. Gnädigerweise lässt sich noch ein Teilnehmer des örtlichen Vereins überholen, so dass ich die rote Laterne wieder abgeben kann. Nach knapp 1,5 Stunden habe auch ich den ersten Triathlon der Saison erfolgreich absolviert.

Die Organisation dieser kleinen Veranstaltung, die noch durch weitere Jugend- und Kinderstarts über entsprechend kürzere Distanzen bereichert wird, ist absolut professionell. Alle Zeiten werden zuverlässig per Hand gestoppt, beim Schwimmen sogar Zwischenzeiten, die letzte Schwimmrunde wird für jeden angezeigt, alle Schlaglöcher und Abbiegestellen sind auf der Fahrbahn markiert, überall stehen freundliche und aufmerksame Helferinnen und Helfer, die Zielverpflegung ist reichhaltig mit selbstgebackenem Kuchen, Obst, Keksen, Schokolade, Würstchen und verschiedenen Getränken.

Gleich nach dem letzten Zieleinlauf wird zügig die Siegerehrung durchgeführt. Sonja darf das oberste Podestplätzchen besteigen und erobert ein Handtuch aus der bei uns im Gegensatz zum Spreewald sehr raren Finsterwalde-Kollektion. Wir checken noch kurz die Ergebnisse der Sisus beim Berliner Halbmarathon – Glückwünsche aus der Ferne! –, bevor wir uns zufrieden auf die Heimfahrt begeben.

 

Triathlon 0,75 - 20 - 5 km; AK-Wertung: 7 Frauen und 31 Maenner im Ziel

Pl Name              Verein                AK   swim  bike  run    gesamt
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 1 Bettge, Sonja     Sisu Berlin           W20  10:46 35:39 21:05  1:07:31
 7 Bettge, Susi      Sisu Berlin           W50  15:16 43:46 27:14  1:26:16
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 1 Lubitsch, Robert  TriTeam Senftenberg   M25  10:47 32:48 20:04  1:03:40
 5 Bettge, Dirk      Sisu Berlin           M50  12:03 34:17 22:10  1:08:30
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                                              beide Wechsel in der Radzeit
 


© TriGe Sisu Berlin; 2.4.2017 .. 5.4.2017