City Triathlon Tübingen 24.7.2016

von Dirk Bettge; Fotos: Wolfgang

Zum zweiten Mal wurde der City-Triathlon in Tübingen ausgetragen. Nach der Premiere letztes Jahr wollten wir (Susi, Domenic und ich) wiederum dem Finale der 1. Bundesliga zusehen (mit Sonja für das Team des TuS Neukölln) und dabei zur Einstimmung am Vormittag selbst den offenen Sprint-Triathlon absolvieren.

Neckar mit Tübinger Altstadt
Blick über die Neckarbrücke Richtung Altstadt
Einchecken in die Wechselzone
Die Treppe zwischen Wechselzone auf der Neckarinsel und Brücke
Radanfahrt

Der Austragungsort in der Tübinger Altstadt und am dort vorbei fließenden Neckar hat eindeutig seinen Reiz. Die Neckarinsel bietet Platz für fast beliebig große Starterfelder, der Neckar für beliebig lange Schwimmstrecken, Rad gefahren wird auf gut asphaltierten Straßen, und die Laufstrecke in der Altstadt ist kulturhistorisch sehenswert sowie ziemlich schwer wegen der unzähligen Höhenmeter auf Kopfsteinpflaster. Die Zuschauer freuts, denn alles ist dicht beieinander. Allerdings haben die insgesamt ca. 1.500 Teilnehmer eine Menge Anhang und Fans, die sich auf der Neckarbrücke drängeln. Dafür wurden 2 Fußgängerbrücken aufgebaut, damit man die Wettkampfstrecken queren konnte. Dafür hat man ca. 2 km Fußmarsch vom Parkplatz bis zum Orgabereich.

Offener Sprint

Wetter: 17-25 °C, sonnig, kaum Wind, Wasser 19,5 °C

Gestartet wurde beim Sprint in 3 Wellen, aber diesmal wurden im Vorfeld angepeilte Zeiten abgefragt, so dass ich mit Domenic in der ersten Welle starten durfte, Susi in der zweiten. Der Neckar wurde mit knapp 20 Grad vermessen, also gerade noch Neoerlaubnis. Es war daher nicht ganz so kalt wie erwartet, aber ein Kälteschutz war nicht falsch. Nach der Erfahrung eines sehr ruppigen Schwimmens beim Liga-Sprint in Grimma beschloss ich, nach dem Startschuss keinerlei hektischen Beineinsatz zu machen, egal was passiert. Domenic und ich und auch Susi in ihrer Welle platzierten uns in der Flussmitte im Bereich der schnellsten Strömung und los gings mit dieser.

Start des offenen Sprints
Start des offenen Sprints
Schwimmstrecke Neckar-abwärts

Da das Starterfeld eine weite Spreizung hatte, lief das Schwimmen ordentlich und mit nur wenig Kontakt zu den anderen Startern. Mit der Strömung ist man nach gefühlt unter 5 Minuten an der Wendeboje, dann geht es gegen den Strom zurück und unter der Brücke durch zur Wechselzone. Mit etwas Zupacken der Helfer erklomm ich schließlich die Holztreppe (die leider unter Wasser keine Stufen hatte) rauf auf die Wechselinsel. Da die letztjährige Straßenbaustelle weg war, konnte der Radaufstieg ebenerdig auf die Seitenstraße erfolgen, und nach der ersten Kurve rollte man über die blauen Teppiche der Bundesliga-Wechselzone auf die Ausfallstraße. Zu fahren war unverändert eine Wendepunktstrecke, Hinweg zunehmend ansteigend, Rückweg Abfahrt auslaufend Richtung Innenstadt.

Rad-Start
Rad-Start
Rad Zielanfahrt
Rad Zielanfahrt
Rad Zielanfahrt

Der Radkurs ist technisch einfach, erfordert aber Pedaldruck den Berg rauf und gute Aerodynamik auf der Rückstrecke – eine für mich günstige Strecke, auf der ich mich vorarbeiten konnte. Der Radabstieg im Gefälle auf der Neckarbrücke erfordert einige Umsicht, dann geht's mit dem Rad in der Hand vorsichtig die Treppe runter (da war ich langsam) auf die Insel, einmal ganz hinten rum und die Treppe wieder rauf Richtung Altstadt. Nach der Treppe kommt gleich mal der Puls richtig hoch, wenn man sich gerade im ersten Anstieg befindet, dann um die Ecke und gleich weiter rauf. Die diesjährige Runde hatte wieder ordentlich Auf und Ab. Zweimal musste man rechts in den Fußgängertunnel und zurück zum Rundenbeginn, dann links Richtung Ziel. Insgesamt war die Laufstrecke daher mit ca. 5,7 km auf der langen Seite.

Laufen in der Tübinger Altstadt
Laufen in der Tübinger Altstadt
Laufen in der Tübinger Altstadt
Laufen in der Tübinger Altstadt
Im Ziel!

Leider birgt diese Streckenführung ohne eine elektronische Rundenkontrolle die Gefahr, dass Teilnehmer bereits nach einer Runde Richtung Ziel abbiegen. Offenbar hat man hierfür eine Plausibilitätsgrenze von 20 Minuten definiert und bei Unterschreiten Teilnehmer disqualifiziert. Allerdings sind in der Ergebnisliste (männer wie Frauen) besonders im Hinterfeld immer noch jede Menge suspekte Laufzeiten, die zwar über 20 Minuten liegen, aber nicht zu den anderen Disziplinen passen. Naja, uns kann es weitgehend egal sein, unsere Laufplatzierungen sind dadurch schlechter, aber immerhin kamen Susi und ich aufs AK-Treppchen. Wobei – dies fand leider nur im Geist statt, denn nach Zieleinlauf der 1. Bundesliga haben wir Sonja und Domenic am Flughafen Stuttgart abgeliefert, damit Sonja am Montagvormittag halbwegs ausgeschlafen eine längliche Klausur schreiben konnte.

Hier geht's zum Bericht vom Bundeligarennen.

Ergebnisse

offener Sprint 0,75 - 22 - 5,7 km, Radstrecke 167 Hm
111 Frauen und 296 Maenner im Ziel, 14 Disqualifikationen wegen Abkuerzens
Platzziffern Maenner/Frauen separat
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 Pl Name                 Verein                Ak      swim       T1   bike       T2   run         gesamt
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  1 Karoline Degenhardt  SSG Reutlingen        W25  1  10:49(  1) 2:49 40:52( 13) 1:38 22:44(  2)  1:18:24
 31 Susi Bettge          Sisu Berlin           W50  2  18:53( 40) 2:48 43:22( 37) 2:21 31:50( 43)  1:39:15
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  1 Jonas Hoffmann       EJOT Team Buschhütten M20  1  11:05(  4) 1:32 32:30(  1) 1:29 21:15(  4)  1:07:53
 18 Dirk Bettge          Sisu Berlin           M45  3  13:22( 22) 2:12 35:43(  6) 2:02 25:51( 43)  1:19:11
153 Domenic Achterberg   Sisu Berlin           M20 19  19:14(149) 2:34 41:28(154) 2:16 30:46(159)  1:36:20
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Ergebnislisten beim Zeitnehmer; Veranstalter-Website


© TriGe Sisu Berlin; 26.7.2016