Triathlon Welzheim 2.7.2011

von Jan Heiland

Strecke: 0,6 - 21 - 5,2

Samstag Nachmittag, 14 Uhr, kein richtig gutes Wetter, der See ist klein und trüb und trotzdem stehen 180 Männer im Wasser vor einer Schnur. Ich hab mir einen Platz am Rand aber eigentlich optimal zur ersten Wendeboje gesucht. Auf Kommando wird die Schnur hochgezogen und alle schwimmen los. Das alles mitten in der schwäbischen Provinz beim Triathlon des TSF Welzheim.

Die Entscheidung zu einer Teilnahme fernab von Berlin fiel mir leicht, da ich das Wochenende sowieso gerne im Süden bin und auch das Startgeld von 27 Euro inklusive (ansehnliches) Finishershirt alles andere als abschreckend war. Die Organisation, die in den Händen des ortansässigen TSF lag, machte von der Anmeldung weg einen soliden und durchdachten Eindruck. Besonders gefiel mir die Aufforderung, selbst für Beutel für den Kleidertransport vom Schwimm/Radwechsel zum Ziel, da man das Müllaufkommen gering halten wollte. Das Checkin verlief schnell, und Wechselzonen und Streckenverlauf waren schnell ausgemacht, zumal offenbar jeder Helfer bestens über den Ablauf Bescheid wusste.

Es war zu spüren, dass der Triathlon eine etablierte Veranstaltung im Ort ist. Trotz Vollsperrung der Radstrecke und unzähligen Parkenden im Ortskern begegneten mir nur begeisterte Zuschauer. Für den Lokalkolorit sorgte der Bürgermeister, der selbst in einer Staffel an den Start ging. Als Berliner war ich da geradezu ein Exot, zumindest war der Stadionsprecher bei meinem Einlauf erst verblüfft und dann begeistert.

Also, ich war dem Massenstartgerangel durch einen geschickten Startplatz einigermaßen aus dem Weg gegangen, konnte mein Tempo schwimmen und als 10. das Wasser verlassen. Der Wechsel ging schnell, dank Babypuder in den Radschuhen, und so konnte meine Position kaum besser sein. Die als selektiv angekündigte Radstrecke begann direkt mit einem steilen Anstieg, so dass erstmal an Verschnaufen nicht zu denken war. Das sollte sich auch im weiteren Verlauf nicht ändern, da ich den Auflieger nur in kurzen Zwischenpassagen verwenden konnte. Ansonsten waren auf den 21 km immerhin gute 350 Höhenmeter zu absolvieren. Mir war die Radstrecke jedenfalls etwas zu selektiv, so dass ich nach dem Wechsel zum Laufen ungefähr 3 km brauchte um mich vom kurzem Atmen und darauf folgenden Seitenstechen zu befreien. Zumal die Laufstrecke auch als kupiert beschrieben war, was wahrscheinlich hügelig und mit Treppen bedeutet.

Mein guter zweiter Laufteil konnte leider nichts mehr gutmachen, allerdings konnte ich ein paar Verfolger abschütteln. Insgesamt fand ich mein Schwimmen gut, das Radeln entspricht wohl meinem Trainingszustand, und das Laufen wird hoffentlich mit der zunehmender Triathlonerfahrung besser. So blieb ein 16. Gesamtplatz und ein zweiter Rang mit einem kleinen Pokal in meiner Altersklasse stehen.

Mein Fazit, ein gut organisierter und gut verpflegter Wettkampf auf anspruchsvollem Gelände. Wären es nicht gute 600 km nach Berlin, würde ich mich schon jetzt für einen Platz in einem kleinen See in der schwäbischen Natur im nächsten Jahr anmelden.


© TriGe Sisu Berlin; 8.7.2011