Sisu Frühjahrsklassiker nach Wittenberg 28.4.2018

von Dirk Bettge

Rekordbeteiligung am Start unseres Frühjahrsklassikers 2018

Den oft recht frühen Termin unseres Frühjahrsklassikers hatten wir vom Ostersamstag auf das letzte Aprilwochenende verlegt. Da besteht die Chance, dass auch diejenigen, die nicht zwei Mallorca-Wochen in den Beinen haben, schon Rennrad gefahren sind. Dies und die tolle Wettervorhersage hatten jedenfalls eine rekordverdächtige Anzahl Sisus angezogen. Micha Noll hatte wie üblich die Route geplant und leitete unsere Fahrt.

Auch ich, der sonst die ganz langen Strecken eher meidet, hatte mich kurzentschlossen zum Treffpunkt um 8:30 Uhr begeben. In der Anfahrt auf die Straßenecke sah das noch nach nichts aus, aber Punkt halb neun (und etwas später) rollten immer mehr Langstreckenfahrer an. Ein wenig kühl war es anfangs, aber die pure Sonne sollte uns begleiten, Regen war nicht zu erwarten. Bei wenig Wind am Vormittag rollten wir in flotter Fahrt nach Südwesten. Ich bin immer wieder erstaunt, was für einen Sog so eine größere Gruppe im Hinterfeld entwickelt.

Nach einer Weile ungestörten Dahingleitens stoppte uns ein Rettungseinsatz, offenbar war ein Auto von der Straße abgekommen. Da uns die Umgehung der Unfallstelle auf dem Seitenstreifen untersagt wurd, machten wir uns mit geschulterten Rädern auf den Weg durchs Unterholz. Das ging soweit ganz leidlich, allerdings gab es stellenweise wehrhafte Brombeersträucher mit kräftigen Dornen. Bei Reiner floss sogar Blut, und auch andere trugen Kratzer davon. Unser Schnitt fiel dabei von respektablem 30 km/h um einen halben Stundenkilometer. Immerhin kamen wir nach der Geländeeinlage im nächsten Ort gerade vor dem Festumzug an (100 Jahre freiwillige Feuerwehr oder so ähnlich), alle Einwohner waren bereits erwartungsfroh am Straßenrand und bejubelten unsere Durchfahrt, ein erhebender Moment!

Letztlich kamen wir flott und ungestört in Wittenberg an, wo wir Martins Bruder trafen, der sich von Leipzig auf den Weg gemacht hatte. Wegen des Bauernmarkts rund um das Lutherdenkmal auf dem Marktplatz ließen wir uns in einer Pizzeria nieder, wo wir so ziemlich alle Tische draußen zusammenschieben durften. Nach etwas langsamer Bestellungsaufnahme entpuppten sich die Pizzen als echte und sehr leckere Steinofenprodukte, nach etwas Verwirrung bekam jeder annähernd das Bestellte.

Bei auffrischendem Rückenwind machten wir uns schließlich auf den Heimweg. Steffi und Olaf stiegen in Wittenberg in die Bahn, Franky und Gregor waren bereits auf dem Hinweg abgebogen (ich diesmal nicht, was mir ein halbes Dutzend erstaunte Fragen einbrachte), weitere Sisus nutzen die folgenden Ausstiegspunkte in den Orten auf der Rückstrecke.

Gut 20 Grad und kräftiger Schiebewind, was will man mehr? Ca. 33 km/h betrug unser Schnitt auf der zweiten Hälfte, ein tolles Rollen. Mit ca. 10 Leuten kamen wir wieder in die Stadt. Zunehmende Konzentrationsschwächen ließen die Formation leicht haufig aussehen, aber letztlich haben wir alle unfallfrei unsere Ziele erreicht. Stuart meinte bei unserer Ankunft in Friedenau (bei Kilometer 236), dass uns eigentlich 100 Kilometer geschenkt wurden, aber das finde ich gar nicht, nein, ich bin sogar etwas stolz!


© TriGe Sisu Berlin; 28.4.2018