Ironman 70.3 WM Zell am See 30.8.2015

von Stephen Bode

Nachdem ich mich letztes Jahr in Wiesbaden für die WM qualifiziert hatte, ging es nun Ende August mit der Familie nach Zell am See. Wir sind nach Salzburg geflogen und hatten dann eine Stunde Transfer nach Zell. Da Salzburg so ein kleiner Flughafen ist, ging alles sehr schnell und problemlos. Wir sind schon am Mittwoch angereist und hatten so ausreichend Zeit für Entspannung, Check in, Streckenbesichtigung usw. Zell zeigte sich die ganze Zeit von seiner besten Seite bei strahlender Sonne und 28-32 Grad. Durch den doppelten Wettkampf war die Stadt voll von Sportlern und strahlte eine schöne Atmosphäre aus. Das Besondere bei den WM's ist der hohe Anteil internationalen Sportler und wir hatten schon im Vorfeld einen regen Austausch mit vielen Australiern und Amerikanern in unserem Hotel.

Nun aber zum Wettkampf: Alles war sehr professionell durchorganisiert. Es gab sehr viele Helfer, top Verpflegung, Wechselzone auf Grass und eine sehr übersichtliche und interessante Stecke. Wirklich alles sehr WM-würdig. Kleines Manko war der späte Start (bei mir erst 11:30 Uhr) und somit wurde es nach hinten heraus beim Laufen sehr warm. 32 Grad sind Ende August dort aber bestimmt nicht die Regel.

Geschwommen wurde im wirklich schönen See. Super Kulisse mit den Bergen im Hintergrund, Wasser klar und 21 Grad warm. Gestartet wurde in Wellen als Wasserstart mit einmal 900 Meter raus, Wende und zurück, also sehr simpel. Ich war mit 32 Minuten ganz zufrieden. Das ist zwar deutlich hinter dem vorderen Feld in meiner AK, aber mehr ist im Moment nicht drin. Der Wechsel hat ein wenig gedauert, da die Wege in der Wechselzone recht weit waren, aber das ist ja für alle gleich (außer man ist Profi, die hatten nur die Hälfte der Strecke).

Die Radstrecke ist sehr abwechslungsreich und hat richtig Spaß gemacht. Durchgehend super Straßenbelag und voll gesperrt. Die ersten 20 km waren schnell und leicht abschüssig, danach ging es in den schwierigsten Abschnitt, 12 km bergauf. Erst 10 km 4-5% Steigung und dann 2 km steil bei bis 15 %. Die waren eigentlich mit der Zeitfahrmaschine nur im Stehen zu bewältigen. Dann 8 km steile Abfahrt mit 180 Grad Kurven übergehend in flache abschüssige Teilstücke. Von da an war der Kurs recht einfach, ein wenig wellig, aber immer gut einzusehen.

Am Ende stand bei mir 2:31 auf der Uhr. In meiner AK war das ganz gut, aber um weiter vorn dabei zu sein ich hätte noch ein wenig mehr am Berg tun müssen. Eigentlich hatte ich mich auf dem Rad gut gefühlt und ausreichend verpflegt, trotzdem hat mit gleich zum Anfang des Laufs der Hammer erwischt. Ich hatte zwar keine Krämpfe oder muskuläre Probleme, aber von Atmung und Puls her ging irgendwie gar nichts. Also habe ich ziemlich schnell den Frodeno gemacht (nur ohne die schnellen Laufpassagen) und jede Verpflegungsstation angesteuert. So habe ich mich zwar wieder einigermaßen gefangen, aber wenn man den Lauf erst einmal geistig abgeschenkt hat ist es sehr schwer wieder auf Tempo zu kommen. Einziges Ziel war dann nur noch das Gesicht zu wahren und unter 5 Stunden zu bleiben. Das hat auch gepasst, aber ein Lauf mit 1:43 war doch deutlich unter meinen Erwartungen. Zumindest ist es wohl einigen anderen auch so ergangen, denn ich hatte mich trotz des schlechten Laufs noch von Platz 40 nach dem Rad auf Platz 35 vorschieben können.

Fazit des Wettkampfes: Super Austragungsort, klasse Stimmung und anspruchsvolle Strecke. Das internationale Flair tat sein übriges um das ganze Event zu einem tollen Erlebnis zu machen.


© TriGe Sisu Berlin; 26.9.2015