Bericht Ironman Zürich - 24.6.2007

von M. Noll

Am letzten Samstag und Sonntag im Juni fand in Zürich ein großes Triathlon-Wochenende statt. Am Samstag waren Rennen über die olympische Distanz als auch Staffel- und Firmenrennen und auch für die Kinder gab es ein Triathlon-Angebot. Der Ironman selbst fand dann am Sonntag statt. Wir sind donnerstags angereist und hatten einen günstigen Flug bekommen. Das Gewitter in Zürich hatte sich bei der Landung zum Glück verzogen, so dass wir ruhig runter kamen, entgegen der Ankündigungen im Flugzeug. Am Nachmittag hat sich das Wetter weiter beruhigt, so dass ich die 60km Radrunde noch angehen konnte, um die Abfahrten schon mal zu kennen. Am Rennwochenende waren die Wetterbedingungen für die Samstags-Rennen als auch für den Ironman ideal. Gerade dass die Straßen trocken waren, hat mich für die Abfahrten doch beruhigt. Als Berliner sind wir da ja nicht so geübt. Bei Sonnenschein wurde es nachmittags beim Lauf schon fast zu warm, aber allemal besser wie Kälte und Regen. Das Wasser des Zürich-Sees war mit 21 Grad übrigens angenehm.

Das Rennen startete leicht verspätet, einige Minuten nach 7 Uhr, man wollte wohl den Profis mit dem Start um 6.55 Uhr doch ein wenig mehr als 5 Minuten Abstand lassen. Der Schwimmstart funktionierte für mich einwandfrei. Es gab kein Gekloppe auf die Mütze oder Halten, so dass ich gleich recht frei schwimmen konnte. Es war sicherlich günstig, dass ich mich auf der Außenseite des Feldes, aber vorne eingeordnet hatte. Zu schwimmen waren 2 Runden, am Ausstieg erst um eine kleine Insel herum zur 2. Runde. Wie ich später gehört habe, gab es wohl einige Teilnehmer, die überrundet wurden und dann nach einer Runde mit den schnellsten, die 2 Runden hatten, aus dem Wasser sind. Da die Runden nicht so richtig für jeden überwacht werden (können) also etwas ungünstig. Eine Änderung der Schwimmstrecke oder ein Landgang mit Zwischenzeitnahme würde das Problem wohl beheben. Aber das betrifft auch nur Einzelne.

Das Umschwimmen des Inselchens in die 2. Runde ist durch einen schmalen Durchlass möglich, wo es dann im Feld etwas eng wird. Aber nach der Hälfte der Schwimmstrecke sind alle genügend weit auseinander gezogen. Nach nicht ganz einer Stunde ging es für mich zum Wechsel auf die Radstrecke (3 Runde zu 60 km). Der Kurs verläuft zum Großteil am Ufer des Zürich-Sees und ist dort flach. Allerdings gibt es an beiden Wendepunkten merkliche Anstiege, die sich dann doch auf wohl über 1500 Höhenmeter aufsummieren. Die längere Steigung in Meilen ist etwa 5-6 km lang. Die am 2. Wendepunkt, dem Hartbreak-Hill etwa 1 km, aber noch etwas steiler. Dort sind daher auch die meisten Zuschauer auf der Radstrecke. Vom Zielbereich aus gibt es übrigens einen kostenlosen Zuschauer-Busshuttle dort hin. Fieserweise beginnen beide Steigungen nach jeweiligen Rechtskehren, so dass man ohne Schwung in den Anstieg kommt. Insofern also ein etwas anderes Fahrgefühl als etwa in Roth, wo man doch einige Steigungen mit Schwung beginnen kann.

Die Radstrecke ist durch Streckenposten gut gesichert, aber eine komplette Sperrung ist wohl gesetzlich nicht möglich. Daher muss man doch auf das ein oder andere Auto achten, es waren aber nur vereinzelt Autos unterwegs, die von den Streckenposten gut abgewunken wurden, um den Radfahrern den Vortritt zu lassen.

Übrigens war mit Laurent Jalabert auch noch (Ex-)Radprominenz am Start. Der große Schwimmer scheint er nicht zu sein; zumindest hielt mein Schwimmpolster bis zum Anstieg hinter Meilen in der 3. Runde, so bei km 140 zog er dann mit der Fernsehbegleitung vorbei. Er hat wohl noch ne 6 Minuten-Strafe kassiert (Windschatten fahren hinterm Moped?), die er später bei der Penalty-Box aber ignoriert hat, dann wurden ihm wohl am Ende gleich 12 Minuten auf das Ergebnis aufgebrummt.

Für mich hieß es nach den jeweiligen Anstiegen auf den Abfahrten nach Küsnacht hinunter aufpassen. Bei den Abfahrten ist auch Tria-Aufsatz-Verbot, die Hände müssen am Lenker bremsbereit sein.

Beim anderen Anstieg zum Heartbreak-Hill hatte ich dann in den ersten beiden Runden noch meine individuelle Unterstützung durch die Mitreisenden: meine Frau Heike, sowie Katrin und Andrae, den Marathonis aus meiner Volleyballtruppe. In der 3. Runde waren sie schon im Zielbereich fürs Laufen, aber dafür durfte ich mich über die Sisu-Unterstützung von Anja und Alex freuen, die auch zum schauen in der Stadt waren. Nach gut 5 Stunden auf dem Rad ging es dann zu meinem abschließenden Lauf.

Zu absolvieren sind 4 Runden in die Innenstadt und zurück zum Zielbereich an der Landiwiese. Die Strecke wird an manchen Stellen recht eng, je mehr Läufer auf die Strecke stoßen. Man muss schon manchmal ausweichen, hält sich aber im Rahmen und ist nicht so tragisch. Verpflegung gibt es alle 2 km. Der Lauf ging bei mir zum Glück ohne große Probleme, auch wenn ich die Iso-Getränke irgendwann Leid war. Anfangs gab es zwar kurz ein Zwicken im Oberschenkel, hat sich aber glücklicherweise gleich gegeben, so dass ich mein angepeiltes 5-Minuten-Tempo halten konnte. Mitte der 3. Runde kam dann doch ein kleines Tief, die Beine wurden schwerer, aber der Mann mit dem Hammer war wohl zu Hause geblieben. Meine Marschtabelle konnte ich im wesentlichen doch weiter halten. An der Laufstrecke ist auch ganz guter Zuschauerzuspruch, logischerweise am Ziel, aber auch am anderen Ende, der Brücke in der Innenstadt. Damit werden schwere Beine wieder leichter und die letzten 2 km konnte ich in Erwartung des Zieles ohne Einbruch wieder etwas das Tempo anziehen, so dass die Laufzeit knapp unter 3:30 geblieben ist. Damit hatte ich dann für mich einen guten Tag erwischt.

Gut war im übrigen auch die Organisation im Zielbereich: warme Gerichte, Kuchen, Obst und Getränke waren reichlich vorhanden. Es war ein großes Zelt aufgebaut, wo man am Tisch sitzen und essen konnte. Nach meinen letzten Ironman-Erfahrungen in Florida mit trockenen Hamburgern ohne Soße und Labber-Pizza im Stehen ein echtes Highlight. Ansonsten gibt es tollen Massage-Service, großzügige heiße Duschen und Whirl-Pools im Freien. In die Pools muss man allerdings ohne Treppe über die Umrandung steigen, daher habe ich darauf verzichtet. Den glückliche Gesichtern da drin nach zu urteilen, aber sicherlich ne tolle Sache. Alles in allem ist der Ironman Schweiz in Zürich eine top organisierte Veranstaltung auch mit ganz gutem Zuschauerzuspruch. Wer also auf der Suche für die Teilnahme an einer Langdistanz ist, sollte sich ruhig mal für Zürich entscheiden. Es lohnt sich, zumal die Stadt selbst auch noch eine Besichtigung wert ist.

Ergebnisse

1. Schildknecht Ronnie, SUI, 1979, CH-Thalwil      8:25.00,5 (3)
2. Hecht Mathias, SUI, 1980, CH-Willisau           8:32.48,5 (2)
3. Major Jozsef, HUN, 1979, H-Györ                 8:40.03,5 (8)

1. Preston Rebecca, AUS, 1979, AUS-Buderim         9:20.43,0 (34)
2. Matter Sibylle, SUI, 1973, CH-Plaffeien         9:26.06,1 (31)
3. Fitch Alison, AUS, 1972, AUS-Darwin             9:31.47,0 (26)

M40
1. Wenz Andreas, GER, 1966, D-Bruchsal             9:22.34,1 (1034)
2. Noll Michael, GER, 1967, D-Berlin               9:32.47,8 (922)
3. Bollinger Klemens, GER, 1967, D-Heidelberg      9:33.33,9 (733)

Anmerkung des Webmasters: Der 2. Platz in der M40 bedeutet für Michael die Hawaii-Quali. Glückwunsch!


© TriGe Sisu Berlin; 28.6.2007