Radeln trotz Corona – eine Art Blog

von Dirk Bettge

(parallel auf Facebook gepostet – hier zum barrierefreien Nachlesen)

1.9.2021

Meteorologisch betrachtet hat jetzt der Herbst angefangen, auch wenn der kalendarische Herbst noch drei Wochen hin ist. Aber es stimmt ja – gefühlt ist immer noch Mittsommer, komisch nur, dass die Sonne bereits wieder so zeitig untergeht. Und natürlich habe ich diesen Blog hier vernachlässigt, eigentlich unausgesprochen schon beerdigt. Doch für mich ist die Wettkampfsaison vorbei, in normalen Jahren wäre jetzt Saisonpause, drei Wochen faulenzen mit Minimaltraining. Außerdem haben wir gerade den Kallinchen-Tri gestemmt (danke an alle, die mitgeholfen haben!!) und haben dabei am Sonntag von früh bis spät im Regen gestanden, ganz am Ende kam dann doch noch die Sonne raus. Aber jetzt habe ich den ersten ernsthaften Schnupfen seit Corona-Start im März 2020.

Das alles führt unangenehm deutlich auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Laufform ist im Keller, Schwimmen keine Ahnung und Rad geht so. Da macht es Sinn, schonmal über das kommende Jahr nachzudenken, zumal da die nächste Altersklasse winkt. Doch was wird uns die kommende Zeit bringen? Die Inzidenzen gehen wieder hoch, aber die Impferei erlaubt es wohl, dies bis zu einem gewissen Grad zu ignorieren. Hoffen wir mal, dass es dabei bleibt, dass wir Hallentraining haben werden und eine echte Vereins-Weihnachtsfeier. Erstmal lade ich die Anklips-Lichter und fahre in die Dämmerung...

 

29.7.2021

Diese Woche erhielt ich eine email vom TV Fürstenwalde mit Hinweisen zum Scharmützelsee-Triathlon am 8. August. "Wieso ich?" dachte ich, denn diesen Wettkampf hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Dann schaute ich genauer hin, und es dämmerte mir, dass ich 2020 angemeldet war und die Teilnahme automatisch aufs nächste Jahr verschoben wurde. Auweia, das ist jetzt. Und nun?

Angesichts dessen, dass ich für den ebenfalls verschobenen BerlinMan definitiv zu schlecht vorbereitet bin, kam mir der Gedanke, die Planung zu ändern und zum Scharmützelsee zu fahren und dort die anderen Sisus zu treffen. Kurzstrecke kriege ich hin, Radfahren wird sogar ganz OK sein... Wie auch immer, ich freue mich. Noch schnell den neuen Sattel eingestellt und die Sitzposition feinjustiert, die Abendsonne lacht dazu. Das werden die langsamsten 10 km Lauf meiner Karriere werden, und trotzdem werde ich mich freuen, wenn ich im Ziel bin!

 

21.6.2021

Ist das schön, gegen Ende einer längeren Tour mal wieder im Café zu sitzen ("Hollys Kuchen" in Hartmannsdorf). Zwar mussten wir immer noch Kontaktdaten hinterlassen, aber na gut. Dafür leckeren selbstgebackenen Kuchen und eine ganze Kaffeekanne, klasse!

Ich glaube, das Ende dieses Blogs naht, was ja eine gute Sache ist. Zeit für einen weiteren Ausblick ist es auch wieder, dazu später mehr. Gestern war ich das erste mal wieder beim Sisu-Schwimmtraining im Ankogelfreibad. Schön, so viele Sisus wieder live und in echt gesehen zu haben. Die meisten schwimmen auch noch sehr ordentlich, das wird schon!

 

3.6.2021

Es funktioniert tatsächlich noch: Zum Schlachtensee fahren, Neo anziehen, jemanden bitten, den Reißverschluss hochzuziehen, reinsteigen und losschwimmen. Langjähriges Einüben führt dazu, dass es sich selbst gut 9 Monaten absoluter Schwimmpause fast normal anfühlt. Auch das Schwimmen selbst, wenn es mir auch nicht so dynamisch vorkommt – aber nach der langen Zeit weiß man das alles nicht mehr so genau. Gefühlt liege ich mit Neo im Wasser wie früher ohne, aber vielleicht gibt auch die Corona-Wampe freundlich ausgleichenden zusätzlichen Auftrieb.

Vielleicht hat Stephans abendliches Trocken-Training ein paar Schwimm-Muskeln erhalten. Da wir von den Bäderbetrieben noch keine Termine bekommen haben, machen wir das erstmal weiter. Die Seen sind jetzt bei gut 18 Grad, das ist beim Einsteigen noch erstaunlich kühl, zum Schwimmen mit Neo aber völlig OK. Ich will gar nicht wissen, wie sich das bei 12 oder gar 10 Grad angefühlt hätte, einige Sisus hatten es ja probiert.

Beim Fürstenwalder Cross-Du ist Enrico zweiter geworden für Sisu, Glückwunsch! Das geht doch schonmal gut los. Der Spreewald-Tri am kommenden Wochenende wird nach neuestem Stand der Dinge stattfinden, wenn auch in veränderter Form, siehe deren Ausschreibung. Viel Erfolg für unsere zahlreichen Starter! Einige sind jetzt doch etwas überrascht und nicht wirklich im Training – ich leider auch – und haben daher zurückgezogen.

 

30.5.2021

So ganz langsam kehren die Dinge zurück, die wir lieben. Wir haben wieder Lauftraining auf dem Platz, das Schwimmtraining im Freibad wird bald folgen. Beides noch nicht ohne Beschränkungen, aber immerhin (das habe ich jetzt schon öfter gesagt...). Der Fürstenwalder Crossduathlon hat offenbar stattgefunden, nun warten wir auf das endgültige "Go" für den Spreewald-Tri am kommenden Wochenende. Waren die Absagen weiterer Wettkämpfe vielleicht doch voreilig? Schwer zu sagen, denn eine Vorbereitung im Ungewissen ist nicht immer möglich.

Beim Durchfahren der Brandenburger Weiten fällt auf, dass dieses Jahr alles saftig grün aussieht, geradezu überbordend. Nach dem Dürrejahr 2018 hatten wir zwei weitere Jahre mit deutlich zu wenig Regen. Das freut zwar den Corona-Radler, aber es sah zeitweise echt kritisch verdorrt aus. Dieses Jahr hat der nicht enden wollenden April offenbar wieder ausreichend Regen gebracht. Auch in den letzten Tagen waren unabsehbare Schauer unterwegs bzw. bildeten sich einfach so aus heiterem Himmel. Doch jetzt ist der April endgültig vorbei!

An den Brandenburger Seen geht auch der Badebetrieb langsam los (hier der Scharmützelsee am Strand in Diensdorf-Radlow), die Außengastronomie hat wieder offen, und es riecht nach Pommes und Bratwurst – wie schön können einfache Dinge sein.

 

21.5.2021

So ganz langsam ist der April doch vorbei, und das Radfahren in kurzen Sachen wird wieder zum Normalzustand. Ebenfalls ganz langsam bewegen wir uns auf die langen Tage des Jahres zu, so dass auch nach einem normalen Arbeitstag noch eine mehr oder weniger lange Feierabendrunde drin ist, bevor es ernsthaft dunkel wird. Bereits in 4 Wochen ist Sommersonnenwende, so weit sind wir schon im Jahr, mangels Wettkämpfen haben wir es allerdings kaum bemerkt.

Was passiert derzeit? Die Bundesnotbremse ist mittlerweile ausgesetzt, d.h. die Länder entscheiden nun wieder selbst, was als nächstes passiert und was wieder in Betrieb genommen werden kann, wenn der positive Trend anhält (hoffen wir das Beste). Sogar an organisierten Sport wird jetzt wieder gedacht. Wir dürfen das Vereins-Schwimm- und -Lauftraining wieder aufnehmen, allerdings immer noch unter deutlichen Einschränkungen, nämlich reduzierte Gruppengrößen und negative Schnelltests (oder Impfnachweise). Die Möglichkeit von offiziellen Rad-Gruppenausfahrten ist noch unklar. Das klingt jetzt noch nicht wirklich attraktiv und unkonpliziert, aber immerhin. Wettkämpfe mit einer gewissen Teilnehmerzahl werden demnächst auch wieder erlaubt sein, auch dies allerdings noch mit Hygienekonzept.

Was bedeutet das für die laufende Saison? Wettkämpfe, die noch nicht abgesagt wurden, haben vermutlich ab Juni wieder eine Chance. Für den auf den 29.5. verschobenen Cross-Duathlon Fürstenwalde wird es knapp (fahrt ihr alle brav Mountainbike?). Eine Woche später könnte es sein, dass der Spreewald-Tri stattfindet (au weia, damit hatte ich nicht mehr gerechnet. Ich bin im letzten Spätsommer letztmals geschwommen und bin derzeit im Grunde Radfahrer). Ansonsten haben wir eine Mischung abgesagter und noch geplanter Wettkämpfe – man muss das Geschehen in der nächsten Zeit wohl aufmerksam verfolgen. Der BerlinMan am 22.8. hat wieder Chancen und auch unser Kallinchen-Tri eine Woche drauf könnte tatsächlich stattfinden – unter welchen Bedingungen werden wir herausfinden.

 

15.5.2021

Immer rundherum um den heißen Brei – nein, nur um den Regenschauer. Nach einem völlig verregneten und daher sehr ruhigen "Herrentag", war der Freitag in Dampf gehüllt, bevor dann irgendwann die Sonne herauskam. Erst der Samstag ludt wirklich wieder zum Radfahren ein, wobei einige lokale Schauer auf dem Weg nach Norden unterwegs waren, die man eher mit Glück als Verstand umrunden konnte.

Dank sinkender Inzidenzen bereiten die Bäderbetriebe die begrenzte Öffnung der Freibäder auch zu Trainingszwecken vor – wir bemühen uns im Hintergrund und werden berichten. Die Wassertemperaturen der hiesigen Badeseen liegen aktuell immerhin schon bei 15 Grad, so dass Freiwasser-Training auch für die nicht ganz so harten langsam realistisch wird.

 

9.5.2021

Gut 250 Bilder hat dieser Blog-Post mittlerweile, ich hätte nicht gedacht, dass das so problemlos geht (geht es doch – oder?). Der Scrollbalken rechts ist schon ganz schön klein geworden, und ausgedruckt wäre das ganze schon um die 15 Meter lang, das hätte ich nie gedacht am Anfang. Noch ist kein Ende in Sicht, deshalb mache ich einfach weiter, auch wenn mir dieses Frühjahr ein wenig wie ein nicht enden wollendes déjà-vus vorkommt. Um die 100 Routen stecken mittlerweile in meinem Wahoo-Computer, und wenn ich faul bin, brauche ich nur eine davon neu zu laden – so wie heute.

Spät aufgestanden, das Wetter ist endlich sommerlich (bisher war der Mai ein April, am Freitag hatte es sogar geschneit!), und nach dem Frühstück war es schon keine Frage mehr, ob man kurz-kurz fahren kann. Der Einfachheit halber (s.o.) habe ich die letztjährige Kallinchen-Runde aufgerufen: Über Lichtenrade ging's zum BER (nichts neues dort, keine Flugbewegungen bemerkt), vorbei an blühenden Rapsfeldern über Mittenwalde Richtung Motzensee. Eingeschwenkt auf die Kallinchen-Tri-Radstrecke ging es über Motzen-Mühle nach Kallinchen. Das Freibad hat leider noch zu, aber einige Bauarbeiten im Eingangsbereich sind offenbar erfolgreich ausgeführt worden. Dankenswerterweise war der mobile Eisstand vor Ort und verhalf mir zu Softeis und Milchkaffee, das stärkt die Moral erheblich.

Für den Kallinchen-Tri Ende August sind wir bislang guter Hoffnung und haben mit den Planungen angefangen. Hoffen wir mal, dass der Mai jetzt ein Juni wird und bei sommerlichen Temperaturen die Inzidenzen wie im Vorjahr deutlich sinken – dann haben wir eine Chance. Nach wie vor steht der Amateursport in der großen Politik nicht sehr weit vorn auf der Liste der wichtigen Dinge, so dass wir alle zusammen ein wenig Druck ausüben sollten in Form von Sichtbarkeit. Naja, es wird wohl – wie schon öfter vermutet – ein knappes Rennen werden Richtung Spätsommer.

Zurück ging es im großen Westbogen, teils bei markantem Gegenwind. Der Dorfteich am Kirchring in Märkisch-Wilmersdorf ludt zu einem weiteren Zwischenhalt mit Bananenpause ein. Lange Solofahrten ziehen echt die Energie raus, auch wenn der Wind am Ende doch von hinten kommt, das kann noch besser werden...

 

29.4.2021

Wo fängt Gravel an und wo hört Straße auf? Um nicht über den Autobahnzubringer fahren zu müssen, habe ich, von Babelsberg kommend, die alte Verbindung zwischen Bergholz-Rehbrücke nach Langerwisch probiert, das ganze ist übrigens komplett von Bahntrassen begrenzt. Komoot gab sich bei der Planung ein wenig diffus über die vorherrschenden Untergründe, aber solange es nicht tiefer Sand ist, sollte man mit dem Straßenrenner doch alles fahren können, oder?

Ja, kann man, aber lese immer öfter, dass 23er Reifen aussterben würden (meine geliebten 20er hat das Schicksal schon ereilt), weil niemand mehr unter Einsatz von Körper und Maschine über die Katzbuckel rattern will. Erst kam alter Asphalt mit Ritzen und Löchern, dann Pavé Stufe 5 mit rettendem Sand-Seitenstreifen, dann etwas Gravel (Stufe 2?), dann das ganze umgekehrt, bis wieder richtiger Asphalt anfing. Ab dem Galgenberg mit den eineinhalb schönen Mühlen war da noch ein Stück Pavé mit netterweise zugefügtem Asphaltstreifen dabei. Insgesamt eine wunderschöne Strecke, die ich trotz allem wieder fahren werde. Vielleicht doch mal 25er Reifen aufziehen? Oder gar 28er, falls die durch die Bremszangen passen??

Komoot/Open Street Map

Ja doch, langsam glaube ich, dass die ultraschmalen Rennradreifen der vergangenen Jahrzehnte vielleicht wirklich ein Irrweg der Radsport-Historie waren. Ganz am Anfang (so ca. vor 120 Jahren) war Radsport immer Gravel, die Reifen entsprechend breit und die Räder schwer. Dann wurden die Straßen besser, aber die Konstruktionswerkstoffe gaben keine Laufräder und Reifen her, die gleichzeitig leicht und voluminös sein konnten, deshalb schrumpften die Reifen bis auf 19 mm herunter, und die Felgen waren schmal und kaum so hoch wie die Bremsbeläge. Mit den heutigen Möglichkeiten und Scheibenbremsen verschwinden die Gegensätze, das macht schon Sinn.

 

26.4.2021

De-zentral und de-temporal – die Sisu-Masters sind wieder unterwegs. Da der amateursportliche Wettkampfbetrieb ausgesetzt ist und nur maximal zwei Sportler zusammen tranieren dürfen, ist die Regionalliga in ein coronakonformes, dezentrales Format eingestiegen. Dieses beruht auf dem guten Willen der Sportler/innen, Eigenverantwortung, Ehrlichkeit und einem Schuss GPS-Technik.

Der erste Wettkampf der Saison, der Duathlon in Halle, war bereits abgesagt, und die restlichen Wettkämpfe der Saison stehen ebenfalls schon wieder zur Disposition. Was also tun? Jede/r suche sich einen netten Platz irgendwo in Ostdeutschland, an dem man Laufen und Radfahren kann. Man plane die Strecken so genau wie möglich online, richte sich eine kleine Wechselzone ein, und schon kann es losgehen.

Und ja – es funktioniert und macht Spaß angesichts der allgemeinen Tristesse und Corona-Lethargie. Auch solch ein Wettkampf fühlt sich erstaunlich echt an, verursacht Lampenfieber und treibt zu guten Leistungen an, was haben wir das vermisst! Bericht folgt zu gegebener Zeit.

 

17.4.2021

Irgendwie kommt der Frühling dieses Jahr nicht so richtig aus den Startlöchern, trotzdem ist jetzt Training auf der Zeitfahrmaschine angesagt und die letzten Pflanzen kommen vom Keller auf den Balkon. In einer Woche soll die Regionalliga Ost in die neue Saison starten, und wir diskutieren gerade, wie der gestrichene Duathlon in Halle als dezentraler Nicht-Wettkampf stattfinden kann. Dies wird nicht ganz einfach sein, denn es bedeutet, dass ein gutes Dutzend Mannschaften in mehreren Bundesländern auf halbwegs vergleichbaren Strecken individuelle Trainingsfahrten unternehmen müssen, die dann zu einem Gesamtbild gesammelt werden. Es wird nicht einfach sein, perfekt sowieso nicht, aber wir freuen uns auf das Gefühl, mal wieder unser Bestes zu geben.

 

10.4.2021

Ein Rückfall! Nein, es geht nicht um ihrwisstschonwas, sondern um das etwas wechselhafte Wetter, das mich veranlasst hat, das MTB doch nochmal hervorzuholen. Angesichts dessen, dass in zwei Wochen vielleicht der erste Duathlon der Regionalliga stattfindet, wäre natürlich auch eine erste Fahrt auf der Zeitfahrmaschine nicht schlecht, aber nicht bei Regen. Wenn man schon nicht ernsthaft trainieren will, bieten sich z.B. die Hügel im Süden der Stadt als touristische Höhepunkte an.Vorbei am Lichterfelder Trümmerberg direkt an der Stadtgrenze (Schütte-Lanz-Straße) ging es als erstes auf die ehemalige Marienfelder Müllkippe, jetzt auch ein Freizeitpark.

Freizeitpark Marienfelde
Freizeitpark Marienfelde

Als eingeborener Marienfelder ist mir das durchaus noch als Müllkippe in Erinnerung, die immer höher wurde, dahinter dann nur noch die Mauer. Die Natur dort ist jetzt nicht überwältigend, aber die Ausgasungsprobleme der ersten Jahre scheinen vergessen zu sein. Bei der Querung von Lichtenrade erwartet einen dann das wohl größte zusammenhängende Kopfsteinplastergebiet Europas. Bei Paris-Roubaix wären das Pavé Stufen 3 bis 5, aber per MTB ist das alles OK. Danach ist wieder offenes Feld, und an den Feldwegen geht jetzt die Strauchblüte richtig los:

Der "Dörferblick" in Rudow ragt tatsächlich recht steil aus der Ebene auf, der Ausblick ist ausnahmsweise recht frei: Der Flughafen, die Gropiusstadt und die schon recht entfernte Steglitzer Skyline sind gut zu sehen. Auf dem BER stehen immer noch jede Menge Flugzeuge schön aufgereiht herum, Flugbewegungen konnte ich nicht erkennen. Ja, und Dörfer gibt's da auch noch.

Dörferblick
Dörferblick
Dörferblick

Irgendwie denke ich immer, Dörferblick sei dasselbe wie die Rudower Höhe, stimmt aber nicht – die kommt erst noch, liegt auch noch im alten West-Berlin, heute direkt am längeren Tunnel des A113-Autobahn-Zubringers. Die Autobahn schlängelt sich nach Norden Richtung Neukölln, aber erstmal kommt man im Rudower Zentrum vorbei und folgt oberirdisch der U-Bahn-Linie auf ihrem Weg zwischen den Hochhäusern der Gropiusstadt. Es ist auch dort verblüffend, wieviele verbindende Parkanlagen und Grünstreifen es gibt.

Rudower Höhe
Rudower Höhe

Zum Abschluss gab's dann noch die Marienhöhe in Mariendorf und den Insulaner, aber auf den bin ich dann nicht mehr raufgefahren. Hoffen wir mal, dass der Frühling bald endgültig etwas wärmer wird, so dass die Zeitfahrmaschine das MTB ersetzen kann.

 

4.4.2021

Ein kühler, aber sonniger Ostersonntag hat uns erstmals wieder zu zweit auf die Landstraßen gelockt. Es war sehr schön, sehr ruhig und eine gute Einstimmung auf die Übertragung einer im übrigen sehr spannenden Flandern-Rundfahrt. Ein paar Osterhasen mussten derweil dran glauben, ein Glas Wein beschließt diesen besinnlichen Ostersonntag.

 


2.4.2021

Dank der paar warmen Tage letztens haben die Berliner Badeseen knapp den einstelligen Temperaturbereich verlassen. Und dank Neoprenkappen, -handschuhen und -socken sind die ersten Sisus schon wieder im Freiwasser unterwegs. Das ist mir zu kalt, aber es stimmt schon – die ersten Triathlons sind nach Kalenderstand keine zwei Monate mehr hin, und normalerweise würden wir bereits ein paarmal die Woche an der Schnellkraft feilen. Im April werden keine Wettkämpfe stattfinden: Die Duathlons sind entweder abgesagt oder verschoben. Als nächstes steht der Spreewald-Duathlon Anfang Mail auf dem Plan, da bin ich auch angemeldet, allerdings traue ich meiner Laufform derzeit genauso wenig über den Weg wie der Corona-Lage.

Immerhin kann man jetzt wieder lange Radtouren machen, auch wenn der Früh-Sommer erstmal vorbei ist. Die ersten Büsche und Bäume blühen, die haben den Jahreszeitenwechsel auch mitbekommen. Diesmal ging es nördlich an Potsdam vorbei auf ruhigen Staßen, wobei es am Karfreitag ja immer ziemlich ruhig zugeht. Die Eisenbahnbrücke bei Wildpark-West lässt sich auch zu Fuß und per Rad passieren, das erspart einem im Formaufbau den langen Weg weiter südlich über die Havel oder um den Schwielowsee.

Nördlich von Phöben ist der Havelradweg wieder komplett befahrbar, und auch die Ketziner Fähre ist nach einigen Reparaturen wieder normal in Betrieb. Die ist ja wirklich im Dauerbetrieb, da kann schonmal ein Kettenrad defekt sein. Die Fähre hangelt sich am Seil von einem Ufer zum anderen, selbst steuern muss der Kapitän vermutlich nicht, nur den Hebel umlegen, am Anleger auskuppeln und schauen, ob nicht gerade ein Lastkahn kommt. Da es sonst bis Brandenburg keine weitere Fähre oder Brücke gibt, ist die Ketziner Fähre wirklich eine wichtige Verbindung für westliche Radrunden.

Diesmal ist es mir dann gelungen, nördlich der B5 wieder in die Stadt zu fahren, über Elstal und Falkensee, teils auf den Spuren des Laufs der Sympathies, der dieses Jahr sang- und klanglos zum zweiten Mal ausfallen musste. Am Karfreitag ist wie gesagt alles schön ruhig, was sonst im Berufsverkehr gar nicht ruhig wäre. Na dann – frohe Ostern!

 


30.3.2021

Noch schnell die Waden rasiert, die noch strahlend weißen neuen bling-bling-Radschuhe angezogen (im lokalen Handel erworben) und schon ging es raus in den Vor-Sommer, zusammen mit all den anderen Rennradfahrern. Dank Sommerzeit besteht keine Eile am Nachmittag, nur die noch ausbaufähige Langstrecken-Gewöhnung setzt Grenzen. Solo-Fahrten sind eben anstrengender als welche in der Gruppe, das wird wohl noch eine Weile so weitergehen.

Das Training auf der freien Rolle hat immerhin bewirkt, dass ich mich auf dem Rennrad draußen vom ersten Meter an wohl und vertraut gefühlt habe. Irgendwie rolle ich auf subtile Weise stabiler und mache weniger unnötige Bewegungen (glaube ich jedenfalls). Und die neuen Schuhe sind auch schon eingefahren, da war klar, dass das geht, nichts drückt und die Platten richtig eingestellt sind.

Dank Osterferien, Reisebeschränkungen und angesichts des tollen Wetters waren schon am frühen Nachmittag zahlreiche Berliner und Brandenburger per Rad auf den Landstraßen unterwegs. Auf dem Dorfanger von Großbeuthen war eine kleine Bananenpause fällig. Dort bin ich nur vorbei gekommen, weil zwischen Philippstal und Saarmund die Straße aufgerissen ist und ich nicht den Eindruck hatte, dass man da auf einfache Weise vorbei kommt. So musste ich die Route über Großbeuthen nehmen trotz des daraufhin angestrengt rechnenden Wahoos.

 


27.3.2021

Angesichts des schönen Wetters am Freitag habe ich mit einer Feierabendrunde die persönliche Rennrad-Saison eröffnet. Auf den Seitenstreifen und Radspuren knirscht es noch ein wenig unter den dünnen Reifen, aber ab der Krone ist freie Fahrt ohne Rollsplit. Tolles Gefühl, es rollt, es ist fast schon warm, es ist hell bis nach sechs, und am Wochenende beginnt schon wieder die Sommerzeit. Noch hatte ich die lange Hose an, damit keiner denkt, ich hätte es eilig, die Beine sind noch nicht rasiert. Am Willy wurde ich abgehängt, die zusätzlichen Kilos der letzten Saison ziehen die Masse zurück Richtung Tal.

Schon am heutigen Samstag regnet und stürmt es wieder, Zeit weiter nachzudenken über die beginnende Saison. Die Regionalliga diskutiert sich gerade selbst, der erste Duathlon im April ist bereits abgesagt, alles ist unklar, aber es soll dezentrale Wettkämpfe geben, falls es nicht anders geht. Die offizielle Inzidenzkurve zeigt ganz ungut wieder nach oben, ich wage keine Vorhersage, wohin das führt. Impfen und Schnelltesten könnten einiges trotzdem möglich machen, hoffentlich werden diese Möglichkeiten nicht gleich wieder zunichte gemacht.

 


20.3.2021

Eine letzte MTB-Ausfahrt? In der Nacht war es nochmal empfindlich kühl geworden, aber in der Morgensonne verzog sich der Frost doch erstaunlich schnell. Nächstes Wochenende kommt schon die Sommerzeit – dann kann man auch in der Woche Rennrad fahren, falls es das Wetter zulässt und die Reste vom Streusand weggekehrt werden. Auf den Spuren ausgefallener Wettkämpfe ging es diesmal Richtung Tegeler Forst zum Ehrenpfortenberg, wo die Mountainchallenge der Kollegen von Teamwork stattgefunden hätte – sie war letztes Jahr der letzte Wettkampf gewesen, der noch nicht gestrichen wurde, dieses Jahr hat es auch sie erwischt.

Per MTB kann man in der Stadt natürlich sehr schön kleinteilig fahren, hat auch was. Vorbei am Zoo ging's über die Charlottenburger Schleuse entlag der Spree und durch den Charlottenburger Schlosspark. Auch der Jakob-Kaiser-Platz lässt sich mit etwas Umweg über eine lange Fußgängerbrücke umgehen. Mein Wahoo-Navi wollte nach den Schneckenkreiseln der Brücke nicht mehr die Himmelrichtung nachführen und musste neu gestartet werden, woraufhin es erstmal ungefragt und in aller Ruhe das neueste Update installiert hat, danach war alles wieder gut, na immerhin, ich hab ja Zeit am Wochenende.

Durch die Jungfernheide ging's einmal rum um den stillgelegten Flughafen Tegel, wo langsam die restliche Farbe abblättert. Da herrscht jetzt ungestörte Ruhe und große Leere, aber der Rasen wird gemäht. Über Borsigdamm und Greenwich-Promenade gelangt man zunächst zur Sechserbrücke über die Tegeler Hafeneinfahrt, wer sein Rad liebt, der trägt. Hinter dem Tegeler See beginnt dann gleich die Hügellandschaft des Tegeler Forsts, und es steigungsmäßig gleich mal richtig zur Sache. Gleich hinter der Autobahn ist man schon im Areal der Mountain-Challenge.

Der Tegeler Forst hat ein erstaunlich dichtes Netzwerk aus Waldautobahnen, Waldwegen und Singletrails für alle Ansprüche, da kann man sich je nach Geschmack schön austoben. Ein ordentlicher Anstieg führt schließlich auf den Ehrenpfortenberg – lest selbst, dann muss ich nicht abschreiben. Zurück ging's dann weiter westlich über den Saatwinkler Steg und Eiswerder Richtung Spandauer Altstadt und im großen Bogen vorbei am Tiefwerder zurück durch den Grunewald. Und nächste Woche wird Rennrad gefahren, heute gab's als Vorgeschmack schonmal Mailand-San Remo im Fernsehen, 300 km durch den Frühling!

 


15.3.2021

Heute hatten wir das erste Mal online-Schwimmtraining. Schwimmtrainer Stephan hat uns eine Dreiviertelstunde lang mit Stabi- und Zugseil-Übungen in Fahrt gebracht. Nebenbei haben wir ein gutes Dutzend Sisus wiedergesehen. Allein ist man nicht so motiviert – danke Stephan!

 


13.3.2021

Es ist passiert – ein Jahr Corona ist vorbei, sofern man das an der ersten Schließung der Sportanlagen am 13.3.2020 festmacht. Kein Datum zum Feiern, sondern für eine weitere Zwischenbilanz und einen vorsichtigen Ausblick.

 


8.3.2021

Dies war nun die letzte Tour sozusagen vor dem Corona-Neujahr, denn am 13.3.2020 wurden die Schwimmhallen und Sportanlagen geschlossen wegen der anrollenden Pandemie (s. allererster Beitrag gaaaanz unten). Ein ganzes Jahr haben wir nun mit Einschränkungen verbracht, die u.a. unseren Sport in vielerlei Hinsicht aus der Bahn geworfen haben. Dazu nächstes Mal mehr – heute war Feiertag in Berlin (und nicht in Brandenburg), das ganze bei schönstem Spät-Winterwetter. Während die einen die in Brandenburg wiedereröffneten Gartenmärkte stürmten, haben sich andere auf neuen Pfaden umgesehen.

Komoot/Open Street Map

Die nächste Straßensaison steht vor der Tür, aber noch kann man das schöne Wetter nutzen, noch schnell ein paar Routen im Wald zu erkunden. Kanntet ihr den Stahlberg? Ich auch nicht, er hat auch noch keinen Wikipedia-Eintrag und auch sonst scheint im www nicht viel schnell Greifbares dazu existieren. Mitten im Wald nördlich des Dreiecks Spreeau und östlich der A10, die dann gerade den Oder-Spree-Kanal gequert hat, erhebt sich im Wald ein steiler Hügel. Die schöne Aussicht ist natürlich längst vom Brandenburger Stangenwald überwuchert, Hinweisschild und Handlauf zerfallen langsam (wie beim Havelhöhenweg).

Oben liegt ein Stein mit Höhenangabe (was, mehr nicht?) und schon geht's wieder runter durch den Wald in Richtung Oder-Spree-Kanal. Auf beiden Seiten sind alte Treidelwege, gut zu wandern und zu graveln. Es gibt erstaunlich wenig Brücken, und man müsste mal den gesamten Kanal von Eisenhüttenstadt bis Berlin an einem Tag fahren, das wäre eine erste Herausforderung für das zweite Corona-Frühjahr.

Dank GPS findet man viele Wege, die es gibt, und manche, die es nicht mehr wirklich gibt. Außerdem findet man immer wieder Wege,die es auf gar keiner Karte gibt, wobei sich Komoot, Wahoo und Google nicht immer ganz einig sind bezüglich der analogen Realität. Zwischen den weiten Feldern kann durchaus mal ein Weg der nächsten Aussaat zum Opfer fallen, aber meist bildet sich dann etwas Neues...

 


27.2.2021

Alles war gut geplant, der Wald ist aufgetaut, das Wetter eigentlich perfekt – heute hätte unser Sisu-Winterduathlon stattfinden sollen, es wäre die 15. Ausgabe geworden. Aber es hat nicht sollen sein, wir mussten schließlich doch absagen trotz Corona-tauglicher Planung. Waren wir letztes Jahr einer der letzten Wettkämpfe, die noch stattgefunden haben, so hatten wir gehofft, dieses Jahr die neue Wettkampf-Saison eröffnen zu dürfen, stattdessen müssen wir weiter auf eine Sport-Perspektive warten.

Komoot/Open Street Map

So haben Sonja und ich uns stattdessen aufgemacht, mal wieder neue Gefilde zu erkunden (eine kreative Folge der Krise), diesmal die Parforce-Heide und das uns unbekannte Westufer des bekannten Güterfelder Haussees. Auf der Ostseite des Sees führt dagegen gefühlt jede zweite Rennradrunde vorbei. Bis zur Brücke über den Teltowkanal auf dem Königsweg neben der Bahnstrecke ist alles Standard. Ein Stück weiter südlich kamen uns ein paar muntere Sisus entgegen, wir waren also nicht die einzigen auf großer Runde.

Die Parforceheide ist ziemlich verwildert, aber ein paar alte Heideflächen mit Heidekraut gibt es doch noch. Immerhin kennt Komoot fast alle kleinen Pfade, das macht die Sache recht einfach und spart diverse Orientierungshalts. Das tolle warme Frühlingswetter mit bis zu 20 Grad ist zwar erstmal wieder vorbei, aber einen Picknickhalt am Ostufer auf einer fast weggewaschenen Bank haben wir beinebaumelnd doch genossen, das Freibad auf der anderen Seite im Blick.

Anschließend wird es eine echte Graveltour mit ein paar Nebenstraßen, Feldwegen, bekannten und unbekannten Ecken, es ist mal eine ganz andere Perspektive als auf dem Rennrad, sozusagen Güterfelde von hinten, eine Landpartie. Es ist erstaunlich, wie geradlinig und trotzdem ungestört man auf diesen Abwegen die Stadt wieder erreicht. Ein letzter Kringel auf den Insulaner bildete den abschließenden Höhepunkt.

 


20.2.2021

Der Frühling kommt – hatten wir letzte Woche noch -10 Grad und Rodelschnee, so ludt heute der Samstag bei 12 Grad und Sonne bereits zum Sonnenbaden ein, und am Sonntag soll es noch ein wenig wärmer werden. Es waren schon wieder erstaunlich viele Rennradfahrer unterwegs, sogar erste kurze Hosen habe ich gesichtet, so mutig war ich noch nicht, ich fand das sehr optimistisch.

Auf dem Weg auf den Drachenberg erspähte ich mal wieder ein Sisu-Trikot vor mir, das zu Uli gehörte, wie sich herausstellte. Ein ausführlicher Plausch auf dem Gipfelplateau tut richtig gut, wo wir uns doch nicht beim Schwimmen sehen. Nach der Abfahrt über die Rodelbahn und einigen Kringeln am Teufelsberg zog es mich unwillkürlich Richtung Postfenn, und mir wurde klar, dass ich nun doch die Sturzstelle inspizieren würde, das war noch offen. Aber was soll ich sagen – da ist nichts auffälliges zu sehen, es sieht aus wie überall im Wald. Vielleicht lag ja unter dem Laub etwas, was jetzt weg ist.

Dann ging's weiter Richtung Heerstraße und zur Murellenschlucht. Ich hatte mich schon immer gefragt, was die Spiegel da im Wald machen an der Waldbühne. Auf einem befindet sich eine Inschrift: Es ist ein Mahnmal (für die "Ehemalige Wehrmachterschießungsstätte Ruhleben Murellenberg"). Die ganze Schlucht war seit Mitte des 19 Jahrhunderts in militärischer Nutzung ("Schanzenwald"), auch zu Mauerzeiten befand sich dort noch ein von Erdwällen eingeschlossener Schießplatz ("Große Schießwiese"). Die britischen Alliierten nutzten das Areal nach 1945 weiter und übergaben das Gelände nach der Wiederveinigung an die Berliner Polizei, diese später an die Forstverwaltung. Erst in den 2000er Jahre wurde die Murellenschlucht zu dem Naherholungsgebiet umgestaltet, das wir heute kennen.

Nach weiteren Kringeln durch den Wald kam ich noch an, um und durch die große Kiesgrube, wo neben dem üblichen Buddelbetrieb schon Sonnendecken und Hängematten ausgerollt wurden. So kann es weiter gehen mit dem Frühling, aber erfahrungsgemäß ist der Winter erst im April wirklich vorbei, und der viele gestreute Split auf den Straßen tut den Rennradreifen nicht wirklich gut.

 


14.2.2021

Nach meinem Abflug und Aufschlag im Grunewald (s. Blog-Post vom 23.11.), war bei mir noch die Frage offen geblieben, was eigentlich der Grund dafür war. Wir hatten es vor Ort nicht wirklich rausgefunden, hatten natürlich auch anderes zu tun (z.B. die Feuerwehr rufen). Was ist so klein, dass man es nicht sieht, weil z.B. Laub drüber liegt, aber groß genug, dass es einem das Vorderrad weghaut? Die Originalstelle am Postfenn habe ich noch nicht wieder aufgesucht, das hat sich bislang nicht ergeben, aber man sieht ja so manches am Wegesrand.

Meistens fallen mir eher kleiner Löcher auf wie z.B. das hier im ersten Bild, aber das reicht wohl nicht ganz und sieht auf dem zweidimensionalen Foto sogar richtig harmlos aus. Je mehr Federweg man hat, desto größer ist die Chance, da ohne Abwurf drüber zu kommen. Aber es gibt auch größere Löcher, meist direkt an Bäumen, doch manchmal auch mitten auf der Wiese:

Das sind vermutlich Eingänge zu irgendwelchen Höhlen (Kaninchen? Ratten? Wiesel?), die von den Hunden der Spaziergänger mit großem Eifer erweitert werden in der Hoffnung, etwas interessantes auszugraben. Hunde machen so etwas liebend gern, und auch größere Hunde verschwinden am Ende komplett im Loch, habe ich auch live gesehen. Aber wie gesagt findet man Höhleneingänge eher direkt an Bäumen. Richtig fies ist aber das folgende Loch:

Da ist eine fast ebenerdige dicke, glatte Wurzel mit einer Kuhle davor, das ganze 45 Grad zum Weg ausgerichtet. Wenn man das aus der gezeigten Richtung anfährt, ohne es zu sehen, weil entweder Laub drüber liegt oder man schon den Baumstamm ein paar Meter weiter anpeilt, vor dem man vom Rad muss, dann haut es einem einfach das Vorderrad seitlich weg, und zwar so plötzlich, dass man keinerlei Reaktionszeit mehr hat. Wenn man es sieht, dann reicht es, das Vorderrad ein wenig anzulupfen, damit nichts passiert. Ich kann mich jedenfalls erinnern, dass Harry neben mir mal ohne Vorwarnung abgeschmiert ist an einer recht unscheinbaren schrägen Wurzel (in dem Fall ohne schlimme Folgen).

Was lerne ich daraus? Man darf im Wald den Weg vor dem Vorderrad wirklich keinen Augeblick aus dem Blick lassen. Dabei darf man sich nicht ablenken lassen, zumal bei etwas flotterem Tempo. Im Herbst sollte man nicht vertrauensselig über geschlossene Laubdecken fahren. Meistens geht es gut, aber eben nicht immer. Auch bei mir war es die letzten 25 Jahre immer irgendwie gut gegangen. Das ganze mag ja ein dummer Zufall gewesen sein, aber ist vielleicht auch eine mittelbare Corona-Folge, denn so früh im Jahr bin ich sonst nicht so viel im Gelände gefahren. Etwas später im Jahr ist dann das Laub beiseite gefahren, so dass man alles wieder sehen kann.

 


8.2.2021

Kennt ihr das Mützenphänomen, auch Ohne-Helm-Phänomen genannt? In der Antike des Radsports (also bis vor ca. 35 Jahren) wurden keine Fahrradhelme benutzt, im Winter fuhr man daher einfach mit einer schönen Wollmütze durch die Gegend, im Sommer mit einem Käppi, evtl. mit einem dieser ledernen Sturzringe drüber. Mehr war einfach nicht üblich und vermutlich auch nicht mannhaft. Das hat sich bis heute komplett geändert, allerdings griff ich nach der letzten Ausfahrt vergeblich nach dem Helm, um ihn abzusetzen.

Am Samstag waren auf dem weiten Land immerhin schon an die -5 Grad, bevor am Sonntag der böse Polargrenzwirbel nach Brandenburg schwappte und uns einen richtigen Winter bescherte. Also wärmt man den Kopf mit Schlauchtuch und einer dünnen Windstopper-Unterhelm-Mütze. Ob man dann noch einen Helm drüber setzt, macht gefühlsmäßig kaum einen Unterschied, man fühlt sich komplett angezogen. Meistens merke ich den Fehler beim Gang über den Hof oder spätestens noch in der eigenen Straße. In diesem Fall dachte ich spontan, ich hätte den Helm auf dem steinernen Tisch auf den Rauener Bergen liegen lassen, konnte mich aber nicht erinnern, ihn überhaupt abgesetzt zu haben. Würde es lohnen, dort hinzufahren und zu suchen? Eher nicht.

Das war aber auch nicht nötig, denn der Helm lag ganz friedlich am Flurspiegel, wo er die ganze Zeit gelegen hatte. Nun ja, ich fahre ja derzeit ohnehin etwas vorsichtiger im Gelände, erstens wegen Schlüsselbein, zweitens wegen Alter und überhaupt. Überhaupt erinnern mich die Rauener Berge an mehrere Cross-Duathlons, bei denen ich dabei war, das letzte Mal aber auch schon im Jahre 2016. Den Anstieg zum steinernen Tisch parallel zur Treppe hat nie jemand fahrend bis oben geschafft – als ich mal bis deutlich über die Hälfte kam, wurde schon applaudiert. Es wurde von 30 % gemunkelt, müsste man mal messen, könnte hinhauen. Oben war jedenfalls immer Puls Anschlag.

 


3.2.2021

Ein wenig echten Winter durften wir hier in flachen Brandenburg bestaunen. In der Nacht zum Sonntag wurde es bei annähernd Windstille richtig kalt, so dass aller Dunst des Neuschnees vom Samstag in Form von Raureif wieder eingefangen wurde – im Detail bizarr und im Großen wunderschön, das ganze bei strahlendem Sonnenschein. Da war dann Wandern angesagt statt Radfahren.

Mittlerweile ist von der Pracht nichts mehr übrig. Die Reste veschwinden schnell, die Waldwege sind sehr nass und manchmal eisig. Die Straßen hingegen sind OK, da wird das MTB zum Gravelbike, die Idee entbehrt nicht einer gewissen Attraktivität, und dank GPS-Gerät kann man immer mal wieder in Wald oder Feld abbiegen, ohne völlig vom Kurs abzukommen.

Fast könnte man glauben, wir stünden schon vor der nächsten Rennrad-Saison, aber das dauert erfahrungsgemäß doch immer noch eine Weile. Allerdings haben wir jetzt tatsächlich schon fast ein Jahr Corona rum, jedenfalls was die Auswirkungen auf den Sport betrifft. Winterduathlon und Mountain-Challenge waren in 2020 Ende Februar/Angang März die letzten "normalen" Events. Wie es aussieht, wird es keinen Frühjahrs-Wettkampf geben, der nicht mindestens einmal ausfällt. Wir hatten gehofft, zu den Glücklichen zu gehören, aber beide Events sind jetzt abgesagt. Es wird zu diskutieren sein, wann das Licht am Ende des Tunnels wirklich größer wird und was das für die kommende Saison heißt.

 


24.1.2021

Das trübe Wetter an diesem Wochenende passt wirklich gut zur aktuellen Situation des Vereins-Sports. Die aktuellen weiteren Einschränkungen ab 25.1. haben uns dazu gebracht, den Winterduathlon abzusagen, ohne eine städtische Genehmigung zu beantragen. Dies alles hängt damit zusammen, dass die Pandemie-Aussichten derzeit sehr unklar sind durch begrenztes Impftempo und drohende Virus-Varianten. Beides ist eigentlich nicht überraschend und verheißt in der Komnbination nichts gutes für die kommenden Wochen, obwohl die Inzidenzen jetzt doch langsam sinken. Dies war vor Weihnachten noch nicht konkret absehbar, da haben wir gehofft und wollten uns die Möglichkeit einer Austragung offen halten. Vielleicht wird es ja nicht so schlimm, aber wer will das riskieren?

In der Berliner "Corona-Verordnung" in der aktuellen Fassung vom 20. Januar steht jetzt u.a. "§ 9 (1) Veranstaltungen im Freien mit mehr als 50 zeitgleich Anwesenden sind verboten." – vorher waren es 100. Dies war der Absatz, dem bisher unsere Hoffnung galt ("Veranstaltungen" und "100 zeitgleich Anwesende"), denn unter § 18 Sportausübung steht zu Amateur-Wettkämpfen unter Hygienekonzept explizit erstaunlicherweise nichts, allerdings stehen dort jede Menge Ausnahmen, unter die wir nicht fallen. Privat darf Sport im Training draußen nur zu zweit stattfinden, dies ist nur noch zu steigern, indem jeder allein trainieren muss, falls überhaupt.

Die jetzige Verordnung gilt jedenfalls bis kurz vor dem Winterduathlon, und wir glauben nicht, dass es dann bereits deutlich besser aussieht. Wenn Dinge wieder gelockert bzw. geöffnet werden, dann vermutlich nicht als erstes der Wettkampfbetrieb im Amateursport. Also gurken wir weiter allein oder zu zweit durch die Pampa, genauer gesagt durch die dieses Wochenende besonders matschigen Wälder. Richtung Potsdam scheint mit mehr Sand zu liegen, dem macht der Regen nicht so viel, aber im Grunewald Richtung Norden wird es immer recht matschig, das knirscht dann manchmal zwischen den Zähnen.

 


17.1.2021

Heute haben wir dankenswerterweise die sportrechtliche Genehmigung für den Winterduathlon erhalten. Das ist ein notwendiger Schritt für eine Veranstaltung, aber es sagt in der derzeitigen Situation ehrlich gesagt nichts über unsere Chancen aus, bei den städtischen Behörden (normalerweise nur der Förster, jetzt aber auch das Gesundheitsamt) eine Genehmigung zu erhalten. Die Berliner Corona-Verordnung ist hier u.E. bislang uneindeutig: Einerseits sind Veranstaltungen beliebiger Art im Freien mit bis zu 100 Beteiligten erlaubt, anderseits ist nicht-professioneller Wettkampfsport untersagt. Beim einsamen Radtraining im Wald schweifen daher die Gedanken...

Der genannte professionelle Sport ist z.B. im Handball weder im Training noch im Wettkampf kontaktfrei, findet zudem teils drinnen statt, d.h. er verstößt gegen die allgemeinen Abstandsregeln, die überall gelten (sozusagen die erste Coronalregel), ist aber aus kommerziellen Gründen trotzdem zugelassen, muss dafür allerdings teuren Test- und Quarantäne-Aufwand betreiben. Ein Duathlon im Wald mit Hygienekonzept ist hingegen kontaktfrei, ist aber nicht kommerziell und sozusagen "nur Spaß" – ist er daher verboten? Mit der Zeit kommen uns Zweifel, wie sinnvoll die Trennung zwischen "wichtigem" und "unwichtigem" Sport ist. Der lokale Sport im Freien ist infektionstechnisch kein großes Risiko, die nationale und internationale Reisetätigkeit ganzer Profi-Mannschaften schon eher. Bei der derzeit in Ägypten stattfindenden Handball-WM sind bereits mehrere Mannschaften aus dem Spiel wegen Corona-Infektionen.

Wie letztes Mal schon diskutiert findet derzeit ein neuer Wettlauf gegen die Zeit statt: Das bisherige Infektionsgeschehen haben wir mit dem derzeitigen Teil-Lockdown halbwegs (mehr nicht!) im Griff. Mit zunehmender Impfquote der Risikogruppen scheint erstmals ein Ende der Pandemie in Sicht, doch die neuen Virus-Varianten aus aller Welt könnten das Gesundheitssystem schneller überlasten als wir impfen können. Die Politik ist deshalb verständlicherweis sehr nervös und diskutiert zusätzliche Maßnahmen. Die Kanzlerin, die üblicherweise gut informiert ist, sprach von 8 bis 10 schweren Wochen. Falls es so kommt, werden mindestens bis ins Frühjahr keine Wettkämpfe stattfinden, Hygienekonzept hin oder her.

Was uns bei aller realistischer Einschätzung besorgt, ist das nicht-Stattfinden des Sports und die damit einhergehende Entfremdung der Sportler untereinander und von den Vereinen. Dies betrifft Anfänger und Jugendliche sicherlich mehr als die etwas älteren. Auch die zunehmende Lücke zwischen den Hobbysportlern, die nicht richtig trainieren können und denjenigen, die einen Profi- oder Kader-Status haben, ist nicht gut. Gerade im Triathlon besteht ja ein Teil der Faszination darin, als Amateur mit den Profis zusammen in den Wettkampf zu gehen – diese Basis fällt gerade weg. Hoffen wir, dass das alles wiederkommt, bevor wir es vergessen haben.

 


9.1.2021

Ziemlich still und heimlich hat das nächste (Corona-) Jahr begonnen – ich wünsche allen Lesern nachträglich ein hoffnungsvolles ebensolches! Die Website ist ab heute wieder im Freien unterwegs, ein gutes Gefühl! Beim zurückhaltenden Abfahren der Shorty-Runde des WinterDu traf ich gleich mal Micha und Olaf, die auf ihrer samstäglichen langen Runde vorschriftsmäßig zu zweit unterwegs waren. Da wurde ich sozusagen zum dritten Rad am MTB, doch ein kleiner Neujahrsplausch im Wald wird ja wohl unschädlich sein.

Bermuda-Dreieck auf der WinterDu-Strecke

Wie es aussieht, sind Jahresübergänge für Viren keine unüberwindlichen Hindernisse, so sehr wir das auch im Stillen gehofft hatten. Mir geht es jedenfalls immer so, dass ich bis Silvester nur bis zum Jahresende denken will, alles andere überfordert mich und verdirbt die Stimmung. Doch jetzt liegt das neue Jahr in seiner vollen Breite vor uns und fordert uns zu neuem Denken auf, das geht beim Joggen oder Radfahren am besten.

Neujahrs-optimistisch haben wir uns an die Vorbereitung des Winterduathlons Ende Februar gemacht, und es haben sich auch schon viele Duathleten angemeldet, das freut uns. Doch die nähere Zukunft ist unklar. Dass der Lockdown verlängert würde, war zu erwarten. Einerseits wird jetzt tatsächlich geimpft, andererseits kommen aus England und Südafrika neue Virus-Varianten zu uns (oder entstehen ohnehin bei uns), deren Auswirkungen noch nicht abzusehen sind. Es wird weiterhin eine interessante Zeit, wir müssen wirklich alle paar Wochen neu nachdenken und unsere Chancen mit der Realität abgleichen.

 


29.12.2020

Wie bereits erwähnt haben wir uns ein paar Gedanken gemacht, auf was man beim Indoor-Radtraining achten könnte. Weil das ohne bewegte Bilder schwierig, aber jetzt gerade genug Zeit ist, haben Domenic und ich eine kleine Produktion gewagt, viel Spaß: Video "Runder Tritt" (auf youtube)

 


28.12.2020

Das Weihnachtsfest ist vorbei, es war ziemlich ruhig. Wer mochte, konnte den Gottesdienst oder das Krippenspiel online schauen, die Kirchen sind digitaler als man so denkt. Aber jetzt wird es langsam Zeit, das Training draußen wieder aufzunehmen. Da die meisten Geschäfte – anders als sonst zwischen den Jahren – geschlossen sind, kommen erfreulich viele Großstädter auf die Idee, die viele Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Allerdings hat das auch Folgen.

Bei den meisten Dingen ist es so, dass es nicht auffällt, wenn es ein paar Leute machen, aber wenn sich 3 Millionen Berliner in Bewegung setzen, fällt es auf und führt zu Engpässen. Man möchte z.B. in der Natur spazieren gehen, also z.B. im Grunewald. Aber auch die mountainbikenden Triathleten fahren lieber im Wald rum statt auf der Straße. Man begegnet sich daher, besonders in Reichweite der Parkplätze, deutlich öfter als sonst im Winter. Sind wir zu viele im Wald, sei es Fußgänger oder Radfahrer?

Bereits im Frühjahrs-Lockdown war der Wald voll und die Wildschweine etwas nervös, da war ich schon mit einer Wildsau kollidiert. Ich denke, die Tiere im Wald bekommen das schon mit, die Fußgänger sind viele, und die Biker sind schnell und kommen an fast jede Stelle im Wald. Bei Wildschweinbegegnungen kann man nur das beste hoffen und möglichst anhalten, um das Rudel nicht unnötig zu beunruhigen. Rennende Wildschweine sind leider im wahrsten Wortsinn sauschnell und unkalkulierbar.

Bei Spaziergängern nützt hingegen Kommunikation, am besten mit größtmöglicher Höflichkeit, das ist auf Dauer wirklich wichtig. Abbremsen, ein rechtzeitiger Ruf "Achtung bitte!" und ein "Dankesehr!" beim umsichtigen Passieren heben die Stimmung deutlich, evtl. dabei noch die Ansage, wieviele noch kommen. Auch Hunde sollte man umsichtig behandeln, die meisten danken es, die Besitzer auch. Auch bei Nichtgefallen seitens der Spaziergänger (oder Hunde) sollte man sich nicht auf Diskussionen einlassen, Höflichkeit heißt nicht, dass man sich einig sein muss. Klar, wir wollen trainieren, aber wir haben es ja nicht eilig.

Was auch hilft, ist, früh genug loszufahren, so dass man zum großen Ansturm nach dem Frühstück schon tiefer im Wald ist. Auch neue Routen abseits der ausgetretenen Pfade können die Sache entzerren und Abwechslung bringen, plant mal eine komplett neue Strecke, gravelt mal im Umland. Bleibt einfach locker, dann wird das schon, und vielleicht sehen wir uns im neuen Jahr wieder im Wald!

 


16.12.2020

Wieder ist ein Vierteljahr um, dies war nun das dritte Vierteljahr, seit am 13.3. die Sportstätten geschlossen wurden – damals erstmalig, müssen wir jetzt hinzufügen. Denn nach vorsichtigem Optimismus im Sommer (s. Mittsommer), einzelnen Wettkämpfen und Beginn der zweiten Welle im September (s. Herbst) stehen wir kurz vor Weihnachten wieder dort, wo wir im April schon einmal waren und nie wieder hin wollten. Vor dem letzten Adventswochenende ist es daher an der Zeit für Zwischenbilanz und einen vorsichtigen Ausblick.

 


8.12.2020

Heute gibt's mal etwas Positives außer der Reihe – wie auch die anderen Sisus erreichte uns das Sisu-Weihnachts-Trostpaket, um uns ein wenig aufzumuntern in dieser etwas lahmen Adventszeit. Die Christbaumkugeln finde ich wirklich besonders hübsch, wusste gar nicht, dass man etwas so filigranes auch digital bebildern kann, dem Farbdrucker entkommt wohl nichts mehr heutzutage. Einen ganz lieben Dank an die fleißigen Sisu-Nikoläuse!

Die "richtige" Weihnachtsfeier in Form eines umfassenden Weihnachtsbrunches mit viel Gequatsche, SisuMan-Ehrung und vielen Danksagungen muss ja leider wegen Ihrwisstschonwas entfallen. Wenigstens hierbei bin ich mir halbwegs sicher, dass das in 2021 wieder stattfinden wird, alles davor werden wir sehen. Liebe Sisus – haltet durch, irgendwann möchte ich euch alle wieder an der Startlinie sehen und euch im Ziel kräftig drücken!


4.12.2020

Unter den "richtigen" Radfahrern gilt wohl, dass man erst dazu gehört, wenn man sich mindestens einmal das Schlüsselbein gebrochen hat. Nun denn – das ehrt mich, aber im Grunde genügt mir das Dasein als Triathlet völlig. Im Ernst – selten habe ich soviel Zuspruch erfahren wie jetzt gerade, das tut gut. Ich gebe das gleich weiter an alle, die ähnliche Miseren durchmachen müssen oder mussten und ihre Verletzungen im Stillen auskuriert haben, ohne das es jemand mitbekommen hat.

So ein ungeplanter Break ist einerseits hochgradig ärgerlich, weil man sich z.B. auf ausgiebiges Mountainbiken in der Weihnachtszeit gefreut hat. Anderseits – was macht es wirklich? Was verpasst man, wenn man nach 25 Jahren Ausdauer-Mehrkampf eine ruhige Adventszeit verbringt und Zeit hat, darüber nachzudenken, wie man die nächsten – nun ja – 20 Jahre gestalten will? Brauche ich weiterhin all die Wettkämpfe? Sollte ich vielleicht alles ein wenig langsamer machen, um nicht gleich wieder im Dreck zu landen? Wie können wir den Winter-Du trotz Corona durchführen?

Diese Gedanken sind alle noch nicht zu Ende gedacht, aber ich habe ja Zeit. Zeit auch, um in aller Ruhe jeden Tag Ergometer zu fahren. Der Arzt (selbst Triathlon-erfahren) sagt, Ergometer geht vom ersten Tag an, man könne z.B. einen schwach aufgepumpten Pezzi-Ball auf den Lenker legen und sich darauf abstützen. Das klingt doch gleich mal weniger ängstlich als die Ansage vom Krankenhaus, was weiter zu tun ist, da kommt Sport nicht wirklich vor. Unabhängig davon sind professionell angeleitete Beweglichkeitsübungen vom Physiotherapeuten immer eine gute Sache.

Wichtig ist natürlich, trotz Sport den zusammengeschraubten Knochen nicht zu belasten, das ist klar, denn die Platte kann und darf nicht die volle Last tragen, große Bewegungen sind einfach noch nicht angesagt. Offenbar muss man einfach etwas erfinderisch sein und sich trauen, etwas auszuprobieren: da fiel mir z.B. der alte Judo-Anzug ein, der einen sehr langen kräftigen Gürtel hat, der geknotet wird (da kann man den Trainingspartner komplett dran hochheben wenn's sein muss). Daraus kann man mit etwas Geschick eine Armaufhängung schlingen, die sehr luftig ist und die man in die Kochwäsche werfen kann – geht doch! Noch spartanischer machen es die Eisschnelläufer, die sich mit einer Schnur gürten, in die sie in Aero-Haltung den Daumen einhängen.


29.11.2020

Nicht Radfahren ist auch keine Alternative! Die Geländesaison im Wald hat sich zwar erstmal erledigt, aber bereits ein paar Tage, nachdem das Schlüsselbein per Platte verschraubt wurde (ab nach Hause am Folgetag), fühle ich mich schon wieder erstaunlich tatendurstig. Ich bin ja schließlich nicht krank, muss aber die Schulter erstmal ganz ruhig halten, das ist OK und beruhigt auch die gebrochene Rippe. Die restliche Radsaison 2020 wird sich wohl indoor abspielen müssen, d.h. landschaftlich etwas eingeschränkt, aber ungefährlich und ohne Wildschweinlöcher.

Als 67er stammen wir ja noch aus einer Zeit, als Knochenbrüche soweit möglich gerichtet und dann per Gipsverband ziemlich lang komplett ruhig gestellt wurden, sozusagen der Klassiker. Aber die Schulzeit ist gut 40 Jahre her, und das macht man (fast) nie mehr – zu ungenau, zu viele Nebenwirkungen. Heute wird operativ verschraubt, und anschließend werden Bewegung und Belastung bei laufender Heilung langsam wieder hochgefahren – Zeit die unter Gips komplett verloren geht. Auch die Schmerzmittel haben sich deutlich weiter entwickelt, so dass dies kein Problem ist, selbst die Rippe muckt nicht. Aber ich muss wohl mal über das Alter als solches nachdenken...

 


23.11.2020

Das wichtigste zuerst – das Rad ist heil... leider graben die Wildschweine fiese Löcher in die Wege, die teils unter dem Laub verschwinden, vielleicht war's auch eine Wurzel. Der Abgang war jedenfalls völlig unerwartet uns sehr heftig, Schlüsselbein durch (aber das wird wieder), der Corona-Blog wird daher erstmal eine etwas andere Richtung nehmen müssen, bis demnächst.

 


15.11.2020

Bei stabiler Südwindlage bleibt es auch im November richtig schön. Nach dem Hochnebel in der Woche kam nochmal richtig schön die Sonne raus. Im Teufelssee waren (wie eigentlich immer) die Naturbader unterwegs, und nebenan in der Kiesgrube hatte man den Eindruck eines riesigen Natur-Buddelplatzes, da sind die kleinsten tatsächlich noch mit Eimer und Schaufel unterwegs.

 


11.11.2020

Alaaf und Helau! Klar, hier im Nordosten sagt uns das alles nicht so viel, aber die Jecken im Rheinischen müssen dieses Jahr ziemlich kleine, vermutlich digitale Brötchen backen, das ist wirklich nur mäßig lustig. Dafür hat hier etwas anderes stattgefunden, denn wie jedes Jahr waren die Kleinsten unterwegs, um den Martinstag mit ihren Laternen zu feiern, das war ausdrücklich erlaubt. Das ist bei mir selbst zwar schon ein halbes Jahrhundert her (echt!), aber ich habe die eigenen Laternenumzüge in guter Erinnerung behalten (vermutlich als gesammelte Erinnerung über etliche Jahre).

Statt Dunkelheit und Trübsinn schiebe ich noch einen sonnigen Sonntag nach. Zur Lockerung stand eine halb-touristische Stadrunde an. Nach Anfahrt durch den Grunewald hatte ich versucht, die Heerstraße an der Stößenseebrücke zu unterqueren, das scheint aber nicht möglich zu sein. Die Runde auf Pichelswerder ist dafür problemlos möglich, vorbei an den Segel- und Kanuklubs. In Pichelsdorf auf der Halbinsel westlich des Pichelssees herrscht dagegen oberschichtliche Gettoisierung. Selbst die Nebenstraßen sind mit abschließbaren Toren gegen missliebige Touristen gesperrt, das kannte ich so noch nicht, sehr bizarr das ganze.

Zwischen Havel und Tiefwerderwiesen ging's dann nach Norden, vorbei am Südhafen, den großen Jürgengraben überquert, vorbei an der Teltower Schanze in die Murellenschlucht. Hättet ihr das aufzählen können? Ich nicht, war mir alles völlig neu. Dann den Kammweg der Murellenschlucht nach Norden, vorbei am Olympiapark und Bahnhof Ruhleben an die Spree. Unglaublich, wieviele Laubenkolonien es gibt, und am Nordufer alte und neue Industrie ohne Ende!

Im Schlosspark Charlottenburg war natürlich das Volk lustwandelnd unterwegs, wie auch an den weiteren Spreewindungen bis zum Schloss Bellevue. Im Gegensatz zu Pichelsdorf ist hier praktisch alles durchgängig zu Fuß oder vorsichtig per Rad erfahrbar, mal links, mal rechts der Spree, wie immer sehr interessant. Durch den Tiergarten ging's am Ende wieder Richtung Süden.

 


7.11.2020

Da sonst nichts weiter zu tun bleibt, sind auch im Gelände mal wieder größere Runden angesagt. Das Wetter ist sonnig und fast noch warm, der Brandenburger Waldboden optimal zu befahren, allerdings verbergen sich unter den vielen gefallenen Blättern teils Steine und Wurzeln, man muss also die Augen offen halten.

Wenn man sich nach dem Einstieg in den Grunewald gleich Richtung Süden aufmacht, entgeht man den spazierwütigen Großstädtern noch größtenteils, jedenfalls am Samstag. Wie üblich sind die Wälder dann südlich des Teltowkanals fast menschenleer. Ziel waren diesmal die Ravensberge südlich von Babelsberg, die alten Hasen kennen das natürlich. Auf der Anfahrt quert man längs der A9, die meist in Hörweite bleibt, weitläufige Felder und Wiesen, die mir teils völlig unbekannt waren. Die kleine Flussquerung über eine Schleuse ("betreten verboten") hätte ich ohne Navi nie gefunden.

Am Einstieg zu den Ravensbergen gibt es auch dort einen kleinen Teufelssee, der offenbar recht beliebt ist und demjenigen im Grunewald gar nicht so unähnlich sieht. Gleich dahinter gehts kräftig aufwärts, ich habe es diesmal mit dem kleinen Ravensberg bewenden lassen. Wenn der Wald nicht wäre, hätte man von dort oben (immerhin 114 m über NN) vermutlich eine phantastische Rundumsicht über ganz Brandenburg.

Über den Brauereiberg und vorbei am Potsdamer Hauptbahnhof geht's schließlich wieder zurück Richtung Norden. Am Uferweg des Babelsberger Parks kommt schon wieder die Glienicker Brücke in Sicht, die aber links liegen gelassen wird. Ab der Strecke der Waldlaufstaffel Richtung Bahnhof Wannsee ist der Rest dann gut eingeübte Routine.

 


1.11.2020

Der Himmel hing heute so tief am Teufelsberg, dass sich Wolkenfetzen in seinen Hängen verfingen, kennt man eigentlich eher aus richtigen Gebirgsregionen. Nach dem großstädtischen Volksauflauf letztes Wochenende war es im Grunewald ziemlich ruhig nach dem echt verregneten Samstag, doch der Matsch hielt sich dank des Brandenburger Löschsandes in Grenzen. Wir können echt froh sein, dass wir hier keinen Lehm haben und nicht an jeder Ecke Dornensträucher, die die Reifen perforieren.

Leider stehen wir nun vor einem schwierigen November: Alle Sportanlagen werden ab morgen vorerst geschlossen, und wir können nur hoffen, dass sie im Dezember wieder öffnen werden – da habe ich aber Zweifel. Wenn wir hoffenlich in zwei bis drei Wochen die Verbreitung von Ihrwisstschonwas wiederum eingefangen haben, wird man neu nachdenken müssen, wie wir die Weihnachtszeit verbringen wollen und ob wir eine dritte Welle akzeptieren können.

Leider liegt der erste Advent noch im November, so dass jetzt wohl klar ist, dass die traditionelle Waldlaufstaffel in Wannsee wiederum ausfallen muss. Nach organisatorischen Problemen letztes Jahr hatte der ausrichtende Berliner Ruderclub eine hoffnungsvolle Ankündigung für dieses Jahr gemacht, und Sisu wäre natürlich dabei gewesen!

 


25.10.2020

Irgendwie hatte ich heute Vormittag am Auerbachtunnel den Eindruck, ich habe was verpasst oder mache was komplett falsch. Da sammelten sich Massen von Rennradfahrern, um den wunderschönen Sonntag auf den Brandenburger Landstraßen zu verbringen. Sicher keine schlechte Idee, aber wir hatten uns nunmal zur ersten Geländerunde verabredet, da kann man nichts machen.

Der Herbst hat voll eingesetzt, und man hatte den Eindruck, dass die viele Sonne die Blätter an den Bäumen nicht nur gelb färbt, sondern vermehrt zu Boden fallen lässt, um uns eine schön anzuschauende Kulisse zu schaffen. Nach der verlängerten Nacht am Ende der Sommerzeit hatten wir eine Stunde mehr schlafen können, so dass uns ein halbwegs früher Treff nicht schwer fiel. Die Weg-Verhältnisse im Wald waren im Grunde ideal, und man kann ja auch mal bei schönem Wetter im Gelände fahren. Eigentlich war absehbar, dass nicht nur ein paar Mountainbiker den Sonntag im Wald genießen würden.

Auch die anderen Berliner hatten sich aufgemacht Richtung Grunewald, meist zum Spazierengehen, aber auch zum Ganzkörper-Sonnenbaden, Schwimmen im Teufelssee, Segeln auf der Havel sowieso. So war es gut, dass wir halbwegs rechtzeitig unterwegs waren, denn am Ende wurde es auf den Parkplatz-näheren Wegen richtig unübersichtlich. Mag sein, dass das irgenwie Corona-bedingt verstärkt war, aber ich meine, dass es die Berliner in den früheren Jahren schon immer im sonnigen Spätherbst in die Parks und Wälder gezogen hat. Die Rennradfahrer haben wohl doch was richtig gemacht.

 


21.10.2020

Die Eicheln sind reif (vergl. Blog-Post vom 18.8.)! Aber einfach so zum Essen sind sie trotzdem nicht, der Radler nimmt lieber die wohlweißlich eingepackte Banane. Die Eichhörnchen laufen gerade überall wie wild durch die Gegend, ernten und verbuddeln Eicheln für den kommenden Winter. Wir haben noch nicht herausgefunden, ob sie dabei ein schlaues Konzept verfolgen oder ob sie einfach so viele Eicheln vergraben, dass sie überall welche finden, auch wenn die Krähen ein paar abzweigen. Ich könnte mir die vielen Stellen jedenfalls nicht merken, und ich glaube, die Eichhörnchen auch nicht.


15.10.2020

Im Brandenburgischen Exil bekommt man von den aktuellen Vorgängen auf der Welt nur soviel mit, wie man möchte, und auch das nur, wenn man Netz hat... Im Grunde ist also alles wie immer, und sobald man aus dem Dunstkreis der nahen Hauptstadt raus ist, sind die Landstraßen auch unter der Woche erfreulich leer. Leider passiert derzeit, was wir geahnt, aber nicht so richtig wahr haben wollten – die zweite Corona-Welle schwappt unübersehbar hoch. Konnte man vor zwei Wochen noch diskutieren, ob sich das wieder fängt (offenbar nicht) und wieviel von den hohen Zahlen mit mehr Tests zusammenhängt (sicherlich auch das) und wieviele Menschen tatsächlich ernsthaft krank sind, so zeigt der Blick über den brandenburgischen und deutschen Tellerrand, dass es langsam wieder ernst wird.

Gerade hat uns das Trainingszentrum in Sachsen mitgeteilt, dass wir das geplante und herbeigesehnte MTB-/Schwimm-Trainingslager nicht durchführen können – das kommt also nicht wirklich überraschend. Die Tagesschau vermeldet gerade, dass ein Gericht das sächsische Beherbergungsverbot (vorerst) wieder gekippt hat. Naja, ich denke wir planen das besser für Herbst 2021, den Termin haben wir schonmal gebucht. Auch die Sisu-Weihnachtsfeier haben wir abgeblasen – aber es wird natürlich etwas für alle geben.


8.10.2020

Die Brandenburger Weiten laden zu langen Touren ein – gerade jetzt. Die Tage mit Kleiderordnung kurz/kurz scheinen zwar für dieses Jahr vorbei zu sein, aber mangels sonnenhungriger Touristen und kurz vor den Herbstferien ist das Rennradfahren auf den Landstraßen recht entspannt, abgesehen von etlichen neuen Baustellen, die sinnvollerweise in dieser Zeit angegangen wurden. Auch in der Sommerfrische Buckow in der "Märkischen Schweiz" geht es gerade sehr beschaulich zu. Der Kapitän wartet im leeren Bierzelt ab, ob noch Fahrgäste für um 12 Uhr kommen. Der Radler isst seine Banane und weiter geht's.

Nach den märkischen Bergen wird es gen Süden wieder flacher, nur der kräftige Südwestwind erschwert das Vorankommen. In Fürstenwalde schließlich kann man die Spree auf der Fußgängerbrücke queren, die dafür extra eine gewendelte Auffahrt bereithält.


28.9.2020

Wieder ist ein Vierteljahr vorbei – Zeit für eine weitere Zwischenbilanz und einen vorsichtigen Ausblick.

 


27.9.2020

Könnt ihr euch noch an den Berlin-Marathon erinnern? Der hätte heute stattgefunden, und irgend ein vernetztes Event findet auch statt. Aber 40.000 Läufer beim gemeinsamen Start? Es war vielleicht ganz gut, dass man das rechtzeitig abgesagt hat. Eigentlich wollte ich 2021 nach langer Zeit wieder mitmachen – na mal sehen, ob das etwas wird, und das sage ich nicht wegen Corona. Derweil hat der Herbst nicht nur kalendarisch, sondern so richtig eindrücklich mit Regen losgelegt, so dass ich das Radfahren nach drinnen verlegt habe.

Noch hängen die Mountainbikes an der Wand, schön im Sichtfeld, aber das wird nicht mehr lange so bleiben. Noch ist Zeit, verschlissene Reifen auszutauschen, neue Laufräder aufzubauen und vielleicht sogar schon die ersten Gedanken auf die nächste Rennradsaison zu lenken, bevor im Frühjahr beispielsweis alle auf einmal neue Radschuhe brauchen. All dies kann man jetzt schön entspannt angehen und sich im Winter an blitzeblanker neuer Technik erfreuen, bevor es wieder losgeht.

 


23.9.2020

Jetzt haben wir tatsächlich schon Herbstanfang – Tag-und-Nach-Gleiche, die Sonnenzeiten werden rapide kürzer, fast 3 Minuten pro Tag. Immerhin genießen wir noch einen traumhaften Spätsommer, ideal für Feierabendrunden in den Sonnenuntergang. Nach einem Zwischenhalt am Olympiastadion ging es Richtung Teufelsseechaussee (so viele Doppelbuchstaben...). Ich glaube, ich bin noch nie mit dem Rennrad den Fußweg auf das Plateau des Drachenbergs hochgefahren, aber es bot sich an. Oben war ich nicht der einzige, da waren ein paar Hundert andere, die einem Trommler gemeinsam die Rhythmen nachsangen (Ecstatic Dance?).

Wie auch immer, der Sonnenuntergang war wirklich sehr schön. Meine leicht rauschigen Handybilder geben das erst nach sehr heftiger und trickreicher Nachbearbeitung halbwegs so wieder, wie es live aussah. Die leicht sandige Abfahrt ließ mich schonmal an die MTB-Wintersaison denken, die vielleicht recht bald beginnt.

 


14.9.2020

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann wird dieser im Bau befindliche Flughafen kommenden Monat eröffnet werden, dann wird an der Fahrradstraße eine ganz andere Geräuschkulisse sein, Kerosinschwaden übers flache Land ziehen und der Hügel am Ende der Startbahn von Plane-Spottern belagert sein. Ist vielleicht ganz praktisch, dass gerade eh kaum jemand fliegt und die meisten Geschäfte im Flughafen Tegel dicht oder pleite sind. So wird man vermutlich den Umzug ganz klammheimlich über mehrere Tage verteilt hinbekommen, im Jahre 2012 beim ersten Versuch wollte man zwei Nächte lang die Stadtautobahn komplett sperren. Aber im Ernst – wenn BER in Betrieb ist, werden wir letztlich doch froh sein, dass es endlich geschafft ist. Dank des eingeschränkten Flugbetriebs wird man ohne Hast alle Unzulänglichkeiten beheben können.

Wie in den meisten Jahren kommt der Sommer immer nochmal ein wenig wieder, nachdem er schon vorbei zu sein schien, der Südwind macht's möglich. So haben wir uns am Sonntag nocheinmal zu einer Motzensee-Runde aufgemacht mit Zwischenhalt am Freibad Kallinchen, um mal wieder nach dem rechten zu sehen. Spontan sind wir diesmal neben dem Freibad zum Fischer runtergegangen. Und siehe da – es ist richtig nett dort: Der Räucherofen qualmt, und der noch warme Fisch wird praktisch ohne Umweg aufs Brötchen verfrachtet. So leckere Fischbrötchen hatten wir ganz lange nicht, und das in Brandenburg! Mit der Zeit lernen auch wir alte West-Berliner die Brandenburger Lebensart zu schätzen.

Wind und Wärme haben uns mit der Zeit doch sehr beansprucht, man merkt das unterwegs erst gar nicht so richtig. Die schon fast historischen Bahnschranken am Bahnhof Dabendorf bei Zossen sind übrigens im schönsten Sisu-Farbgewand geschmückt!

 


6.9.2020

Mit zunehmendem Tempo kommt jetzt der Herbst. Meteorologisch hat er bereits begonnen, im Kalender beginnt er erst zur Tag-und-Nacht-Gleiche am 22. September. Jeden Tag wird es jetzt 2 bis 3 Minuten früher dunkel, Schlachtensee um 19 Uhr ist schon etwas spät, Radtraining ab 18 Uhr ebenfalls. Wider Erwarten stehen doch noch Wettkämpfe auf dem Kalender: Jetzt am Wochenende liefen Berlin-Tri und F60-Tri, kommendes Wochenende findet der Erkner-Tri statt (das ist kein verschobener Termin). Bei letzterem wurde zusätzlich ein Zweitliga-Rennen untergebracht, m.W. das einzige "echte" in dieser Saison, bei dem Sonja starten wird. Eine Woche drauf ist dann wahrscheinlich der verschobene Spreewald-Duathlon, bei dem die ganze Familie am Start ist und etliche weitere Sisus in den Meldekisten stehen.

Jedenfalls war heute so angenehmes Wetter, dass die Berliner wieder die Parks und Wälder bevölkert haben, jedes schönes Wochenende könnte ja das letzte in diesem Jahr sein. Weiter draußen war es wie immer deutlich ruhiger. Ansonsten bleiben mir noch zwei Wochen, um an der nicht wirklich vorhandenen Laufform zu feilen, damit die Vorstellung am Briesener See nicht zu peinlich wird. Doch das ist ja nur der kleine Duathlon, und ich muss auch nicht mehr Schwimmen diese Saison. Ich glaube, niemand hat große Erwartungen, aber es wird vielleicht doch noch ein versöhnlicher Abschluss der Sommersaison.


31.8.2020

Eigentlich hätten wir am Sonntag um 6 Uhr früh kurz vor Sonnenaufgang am Motzener See gestanden und angefangen, die Schwimmstrecke vorzubereiten. Die Wasserrettung hätte ihre Boote zu Wasser gelassen und wäre ausgeschwärmt, die großen gelben Bojen zu holen und zu positionieren. Aber es sollte nicht sein, nicht zuletzt weil wir selbst es für nicht verantwortbar hielten, eine solch große Veranstaltung in einem kleinen Ort in Brandenburg, dessen Gastfreundschaft wir genießen, inmitten eines unklaren Infektionsgeschehens abzuhalten. Verschieben war organisatorisch schwierig und was wäre es für ein Chaos, wenn das alle versuchten?

Wir hatten überlegt, wiederum einen kleinen Privat-Triathlon auf Originalstrecken abzuhalten, doch haben Sonja und ich die Gelegenheit genutzt, um – passend zum späten Start der Tour de France – die gute Radform zum Ende der Saison mit einem 200er Radmarathon zu bestätigen. Dabei waren wir außerdem 200 Meter über Normal-Null – ihr wisst es, das kann nur der Hagelberg im hohen Fläming sein. Bisher sind wir immer nur auf der "Flämingrunde"-RTF dort vorbeigekommen, aber diesmal hatten wir ja Zeit und sind zu Fuß die letzten Meter bis zum Gipfel aufgestiegen. Es gibt dort ein richtiges Gipfelkreuz und sogar einen Kasten mit dem obligatorischen Gipfelbuch, da war aber leider keine Seite mehr frei, ist wohl doch zu einfach zu erreichen.

In Treuenbrietzen auf dem Hinweg gedachten wir Kaffee und Kuchen zu nehmen, aber Punkt 12 machte auch die letzte Bäckerei zu mit dem fröhlichen Ausruf "Feierabend" dicht, statt sich mit einer höflichen Entschuldigung gegenüber den hungrigen Kunden zu belasten. Also verließen wir die Stadt schleunigst und suchten uns die nächste Dorfkirche für eine kleine Brotzeit. Da waren wir dann schon im hohen Fläming, und die restlichen Höhenmeter waren nicht mehr sehr beeindruckend. Hinter der Passhöhe (Col d`Hagelberg?) auf 185 Meter geht's dann sanft abschüssig bis Bad Belzig runter, da hatten ein Italiener und ein Inder offen, bei letzterem hatten wir leckere Teigtaschen, wie gemacht für den eiligen, aber hungrigen Rennradler.

Richtung Osten wurde es dann langsam dunkler am Horizont. Hatten wir bis dahin wirklich ideale Bedingungen gehabt, so setzte – wieder mal – bei Trebbin der Regen ein, der einfach nur immer stärker wurde und uns ab da bis nach Hause begleitete. Am Anfang hofft man noch, dass es bei den paar Tröpfchen bleibt, aber irgendwann ist dann klar dass man die Nässe einfach akzeptieren muss und irgendwo unterstellen nichts bringt. Bis in weit die Nacht hinein prasselte anschließend noch der Regen nieder, da hätte man lange ausharren können!


24.8.2020

An diesem Wochenende hat nun auch der BerlinMan nicht stattgefunden, leider. Aber dank zweijährlichem Austragungs-Modus ist vielleicht gar nichts verloren, er findet 2021 erstmals in einem ungeraden Jahr statt, das ist mir jedenfalls bislang noch nicht untergekommen. Stattdessen sind wir eine ordentliche Südrunde gefahren bis runter nach Baruth, und dank unerwartet viel Wind auf der Strecke sind wir auch zu zweit Windstaffel gefahren. Man konnte den Windschattenpunkt tatsächlich fühlen, eine gute Übung.

Kurz hinter Baruth zeugen zwei alte sowjetische T34-Panzer auf Sockeln von einer der letzten großen Schlachten des zweiten Weltkriegs, ich habe es anschließend nachgelesen, ein Irrsinn. Dort unten ist die B96 eine normale Landstraße ohne viel Verkehr (jedenfalls am Sonntag), bevor sie beim nächsten Zusammentreffen vor den Toren der Stadt sehr Autobahn-ähnlicher geworden ist, man sich mit dem Rad irgendwie durchschlägt, bevor alles schließlich auf den Lichtenrader Damm mündet.


20.8.2020

Grob fahrlässig ist etwas, wenn es gerade eben noch nicht absichtlich war, oder? Wenn man rein zufällig ein paar Anklips-Lämpchen gekauft hat und zufällig erst so spät losfahren kann, dass es am Ende dunkel wird, weil unter 2 Stunden nicht gilt, dann ist das gerade eben noch keine Absicht, finde ich.

Aber wie auch immer. Jedenfalls staune ich, wieviele Rennradfahrer in der Dämmerung Lampen am Rad haben, es ist die deutliche Mehrheit. Vielleicht ist mir das bislang nicht aufgefallen, weil ich immer nur im Hellen fahre oder mich höchstens mal mit leicht schlechtem Gewissen nach Sonnenuntergang noch nach Hause schleiche. Dabei rede ich mir dann ein, dass es nur schon so dunkel ist, weil ich die Sonnenbrille auf habe, doch wenn man die Lichtkegel der Autos schon deutlich sieht, dann ist das – naja – gerade eben noch keine Absicht.


18.8.2020

Mittlerweile geht der Sommer in die letzte heiße Phase, das Korn ist größtenteils eingeholt, und der Mais erreicht ungeahnte Größen, bevor auch er geerntet wird. Bei über 30 Grad wird jede längere Ausfahrt anspruchsvoll für Kreislauf und Flüssigkeitshaushalt, das kann man leicht unterschätzen. Ganz früh oder ganz spät fahren ist eine Option. Früh ist besser, denn es wird bereits merklich früher dunkel, so dass ich letzte Woche am Ende der Feierabendrunde mit dem letzten brauchbaren Licht bis nach Hause gekommen bin. Daher habe ich gleich am nächsten Tag einen Satz aufladbare Anklipslampen erstanden, denn die Vielfahrerei wird absehbar noch eine Weile weitergehen.

Obwohl – die Russen sagen gerade, sie hätten einen Impfstoff: Da bin ich gespannt, es ist ein riskantes Spiel unter Weglassen wichtiger Testmechanismen. Sicherlich, etwas Propaganda ist auch mit im Spiel, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt, sagt man nicht nur im Sport. Trotzdem werde ich noch eine Weile mehr Radfahren als üblich, denke ich. Auf der Habenseite befindet sich jetzt immerhin unser Sommerfest, das wir letztes Wochenende unverzagt, aber unter angepasster Organisation auf der grünen Wiese durchgeführt haben. Damit hatte ich nicht mehr wirklich gerechnet, und es war shön, viele der Sisus nach einem knappen halben Jahr wiederzusehen – Sisu lebt! Auch die Wieder-Aufnahme des Schwimmtrainings in der Halle verspricht einen Schritt in Richtung gewohntes Training, auch wenn wir einige Vorsichtsmaßnahmen einhalten müssen, das ist klar, und zudem nicht die volle Kapazität haben werden. Normalität kann man das alles noch nicht nennen, aber wir loten die Möglichkeiten aus.


10.8.2020

Während die Sommerferien am Wochenende ausgelaufen sind (heute war in Berlin der erste Schultag trotz Corona), hat der Sommer bezüglich Temperaturen nocheinmal so richtig Fahrt aufgenommen. Am Samstag war es schon richtig heiß, so dass wir es bei einem Läufchen belassen haben und – wie sicherlich manche anderen auch – auf die Idee gekommen sind, gegen unsere sonstigen Gewohnheiten am Sonntag mal früh aufzustehen und die Morgenkühle für eine Radrunde auszunutzen.

Ich weiß, sonst kommt auf den Bildern der Abendrunden auch immer die Sonne von links – das liegt daran, dass auf dem Rückweg die untergehende Sonne besonders schön flach steht und mit rotem Licht lange Schatten wirft. Bei der Morgenrunde ist es naturgemäß umgekehrt – das schöne Licht gibt's auf dem Hinweg kurz nach Sonnenaufgang, so dass in Fahrtrichtung die Schatten wiederum von links kommen.

Da wir das nicht so oft machen, waren wir doch sehr angetan davon, wie wenig Verkehr am Sonntagmorgen ist und wieviele Rennradfahrer freundlich grüßend entgegen kommen. Wind gab's praktisch gar nicht, so dass unser Schnitt am Ende erfreulich abgelesen werden konnte. Zum zweiten Frühstück war das Tagwerk bereits erledigt, und zur größten Mittagshitze konnten wir eine ausgedehnte Siesta einlegen als Vorbereitung auf das abendliche Balkongrillen. Ein gelungener Tag!


2.8.2020

Angesichts des tollen Sommerwetters war mal wieder eine längere Runde dran, diesmal im weit ausholenden Bogen mit Brandenburg/Havel als westlichem Kulminationspunkt. Bis Fresdorf am Ende der Verbindungsstraße, die von Tremsdorf rüberführt (1000x mit den Sisus gefahren) ist ja alles wohlbekannt. Da klapperten tatsächlich die Störche ihren Balztanz auf dem Acker am Ortsschild. Die Komoot-geplante Straße durch den Wald zum Seddiner See erwies sich als teils gravelig, aber mit etwas Konzentration und Gefühl ist es auch mit 23er Reifen fahrbar. Im Wald herrscht echt Brandenburger Ferien-Landleben an den vielen halb wilden Badestellen. Irgendwann setzt unmerklich wieder Aspahlt ein, erst halb unter Sand verschüttet, schließlich taucht man wieder in der Zivilisation auf und man fährt hoch in den Ort.

Brandeburg ist mittlerweile das Land der Radwegfreunde. Beim Rennradfahren sehe ich das so: Kein Radweg – kein Problem. Eine Landstraße ist eine Landstraße: Alle fahren drauf und arrangieren sich, 30 Jahre nach der Wende klappt das auch in Brandenburg ziemlich gut. Mittlerweile sind auch hier die meisten kleineren Landtraßen asphaltiert, so dass die Rennradfahrerei meist problemlos und ohne viel Gerüttel von der Hand geht (sozusagen). Allerdings verbreiten sich flächendeckend (pandemisch?) die typischen Brandenburger Radwege: Im Neuzustand glatt, allerdings dünn und billig asphaltiert, so dass nach ein bis zwei Jahren die ersten Wurzeln durchbrechen. Dazu ständige Seitenwechel, abrupte Enden im Ort (Radfahrer absteigen!), Hakenschlagen um Baumgruppen.

Besonders auf langen Touren bin ich ausreichend damit beschäftigt, mich auf Strecke und Vorwärtskommen zu konzentrieren, da brauche ich nicht zusätzlich gut gemeinte Zickezacke-Hühnerkacke, das macht nur das Leben kompliziert. Meist ist das am Wochenende auch völlig egal, aber klar, wenn man dann vor Brandenburg auf die B1 kommt, sind manche Autofahrer recht unentspannt, die Zeit ist kostbar am Wochenende, das muss man verstehen. Auf der Havelbrücke war dann alles dicht wegen Unfall, so dass ich ungestört von Verkehr in die Neu- und Altstadt einreiten konnte.

Ein paar wirklich gute Radwege gibt's nördlich von Brandenburg, die wurden laut Beschilderung mit EU-Mitteln gebaut. Da schau her, mit EU-Geld kann man auch in Brandenburg überdurchschnittlich brauchbare Radwege bauen, fast wie in Dänemark (zum Beispiel). Die führen scheinbar alle nach Radewege (kein Scherz!), das passt ja auch irgendwie. Wie auch immer, bei knapp 30 Grad im Schatten lüftet der Fahrtwind noch recht gut, aber es muss dann doch ab und an Wasser-Nachschub her, z.B. im abgelegenen Campingplatz aus dem Gartenschlauch der Rezeption, die ansonsten gerade nur Eis verkauft, ansonsten ist da völlig tote Hose.

Neu war für mich auch die Landstraße durch den Wald nach Hakenfelde, die über einige Kilometer mit schönem feinen Kopfsteinpflaster ausgelegt ist. Das läuft sogar ganz gut, aber nach ein paar Kilometern mit ständigen Vibrationen fängt das Hirn an zu halluzinieren, ob das hier jemals aufhört oder ob ich in einem bösen Traum gefangen bin. Aber es hört auf (an der Wendeschleife des M45er Bus) und Berlin hat einen wieder. Die "Freiheit" ist am Wochenende die ruhigere Alternative zu den großen Einfallstraßen Richtung Charlottenburg.


29.7.2020

Die großen Ferien haben ihren Höhepunkt erreicht – soweit die Leute wieder verreisen können, tun sie es genau jetzt. Für die Daheimgebliebenen stellt sich wieder dieses angenehme Gefühl von relativer Leere ein, naja, was Großstädter so Leere nennen, aber immerhin. Abends Richtung Sonnenuntergang wirkt gerade alles total entspannt, was könnte da es schöneres geben, als das Rennrad am Feierabend noch ein wenig laufen zu lassen?

Nach einer spitzen Wende bei Kleinbeuthen ging es wieder nach Norden, vorbei am Siethener See, den Südlichen Autobahnring gequert, dann die Bahn und gleich scharf rechts. Wenn man anschließend bei Struveshof den Kreisel Dreiviertel umrundet und auf die Straße nach Norden durch das Datschenviertel abbiegt, landet man nach einer Weile auf einer asphaltierten Fahrradstraße, die einen autofrei nach Sputendorf bringt (die Vielfahrer wissen das sicherlich).

Dort endet die Pracht mit einem Stück echten Brandenburger Kopfsteins, aber wenn man dann nicht auf den Asphalt abbiegt, sondern links-rechts weiter geradeaus fährt, führt nach einem weiteren Stück Pflaster ein Plattenweg mehrere Kilometer durch den Wald, der so gerade eben Rennrad-tauglich ist. Es geht ja das Gerücht, ein Gravelbike sei alles, was der Mensch braucht, es könnte stimmen.

Nach ein paar Metern Sand und Kies steht man vor einem Zaun an der L40 (klingt nicht wichtig, sieht aber wie Autobahn aus). Die netterweise parallel übrig gelassene Landstraße führt zu einem soeben erst in die Landschaft gesetzten Minikleeblatt ("Marggraffshof", ich hab's nachgesehen), wo man Richtung Norden queren kann. Eine völlig neue Verbindungsstraße schwingt in sanftem Bogen Richtung Teltow, die Schutzfolie wurde vermutlich vorgestern erst abgezogen, vobei an Kreiseln mit noch sinnfreien Abfahrten.

Schließlich in Teltow durchgewurstelt (natürlich streng GPS-geplant) musste ich feststellen, dass die Teltowkanalbrück Warthestraße neu gebaut wird, aber eine Behelfsbrücke für Unmotorisierte führt netterweise trotzdem (vorbei am Sportpark, wo oft hochklassige Crossrennen ausgetragen werden) zurück in bekanntere Gefilde und Richtung Zehlendorf.


25.7.2020

Dass niemand so richtig auf die Schnellspanner schaut, das wundert eigentlich nicht. Aber mir fallen immer Rennräder auf, bei denen das Lenkerband im Bereich des Unterlenkers völlig neu und unbenutzt aussieht. Bei vielen Rennrädern gibt es den Unterlenker offenbar nur aus Designgründen, damit man z.B. erkennt, dass es sich um ein Rennrad handelt. Aber in letzter Zeit fällt irgendwie auf, dass sich der Unterlenker steigender Beliebtheit erfreut. Abgesehen davon sind wir mal wieder eine südliche Runde gefahren:

Es ist ja klar – das Fahren im Windschatten einer Gruppe ist derzeit nicht so verbreitet, da muss man viel öfter mal die Nase in den Wind stecken und kann nicht einfach mitrollen, ansaugen, Hinterrad lutschen und wie man das sonst noch so nennt. Über die Brandenburger Weiten weht öfter mal ein sehr frischer Wind, der meistens nicht von hinten kommt. Offenbar fällt jetzt vielen Rennradlern notgedrungen auf, dass es eine aerodynamische Option gibt: den Unterlenker.

Am stärksten fühlt man den Unterschied zwischen Ober- und Unterlenker natürlich, wenn die Luft sehr schnell vorbeizieht: nicht nur bei Gegenwind, sondern auch bergab und bei Tempointervallen, die man ab und an mal einstreuen sollte. Wenn die Sitzposition insgesamt halbwegs sportlich eingestellt ist (der Lenker also deutlich tiefer steht als der Sattel), dann ist der Unterlenker nicht die Griffoption, die man stundenlang fahren kann, aber es ist sehr hilfreich, sich heranzutasten und zu erfühlen, wie man sitzen muss, damit die tiefe Position eine Weile gefahren werden kann.

Auch das Sprinten im Unterlenker per Wiegetritt muss man üben, damit es effizient funktioniert. Der Körper sollte dabei völlig ruhig durch den Wind pflügen, während das Rad unter dem Fahrer heftig arbeitet. Hier sind ein paar Motivationslinks: Einmal eine kleine Lehrstunde mit Marcel Kittel und Greipels Sieg auf den Champs Elisées. Sprinten macht Spaß, probiert es aus. Irgendwann fahren wir dann wieder Ortsschildsprints in Brandenburg.


22.7.2020

Nach einem eigentlich zu kurzen Sommerurlaub nebenan in Brandenburg habe ich kurzerhand die schon 15 Jahre alten Reifen vom Fixie getauscht (originale GP4000 mit blauer Lauffläche, ja – so lange gab's die schon) und mich auf eine Feierabendrunde in den Sonnenuntergang begeben. Dank Sommerferien ist es jetzt abends noch ruhiger als ohnehin schon, und ohne viel Wind braucht man ohnehin keine Gänge, das wird alles fürchterlich überschätzt, das gleiche gilt für Hinterradbremsen, Freiläufe und Carbon. Bei keinem anderen Rad ist die Verbindung zur Straße so direkt.

Mittsommer ist einen Monat vorbei, die meisten Felder sind erntereif. Man hört, dass einige Impfstoff-Kandidaten hoffnungsvoll in größere Tests gehen, das klingt tatsächlich nicht so schlecht, wird aber diese Wettkampfsaison wie vermutet nicht mehr retten. Nach langer Ungewissheit für die Teilnehmer wurde der bereits auf Ende September verschobene Ironman Germany in Frankfurt von der Stadt Frankfurt gecancelt, genauso wie gerade gestern die in Hamburg etwas optimistisch auf Anfang September neu terminierten Großveranstaltungen Ironman und Hamburg City Triathlon (und der Marathon und die Cyclassics gleich mit). Das war den Verantwortlichen wohl doch alles etwas heiß – die Begründung lautet auf nicht durchführbare Nachverfolgbarkeit von Zuschauern bei dieser Größenordnung.

Könnten Veranstaltungen ohne Zuschauer dann vielleicht stattfinden? Das könnte sein, hängt aber von der Größe, vom Platz und von den lokalen Behörden ab, die dafür jeweils gerade stehen würden, wenn ein neuer Hotspot verursacht würde. Man hört, dass der F60-Triathlon im alten Tagebau Chancen hat (die haben jedenfalls Platz), und auch der ausgefallene Spreewald-Duathlon macht einen zweiten Anlauf (da sind die Teilnehmerfelder übersichtlich bei zusätzlichen Distanzen und Einzelstarts). Auch Berlin-Tri und Erkner-Tri glauben noch, dass sie trotz großer Teilnehmerfelder eine Chance haben. Ich persönlich plane gar nichts, gehe Radfahren und erfreue mich am Sommer. Allerdings – ich gebe zu, beim Spreewald-Du sind wir gemeldet, und einen klitzekleinen Privat-Tri haben wir im Urlaub auch wieder gemacht. Brandenburg ist wirklich groß...


9.7.2020

Je weiter man von Berlin weg kommt, desto weniger kann man Dinge wie Mietenwahn, Verkehrsstau und Gedränge im Shoppingcenter verstehen, es kommt einem nach einer Weile völlig irreal vor. Das entferntere Umland besteht über weite Strecken aus scheinbar völliger Leere (genauer gesagt Wäldern und Feldern) mit ein paar kleinen Ortschaften dazwischen. Brandenburg hat wirklich Platz ohne Ende, vielleicht könnte man einfach ein paar völlig neue Städte gründen, es würde nicht weiter auffallen.

Am weitesten weg von alldem sind augenscheinlich die Orte am Rande des Oderbruchs. Hinter denen geht es (von Berlin aus gesehen) in die Abfahrt runter in diese unglaubliche Tiefebene, von ca. 100 Metern auf nur noch knapp über Normal Null. In Ringenwalde beispielsweise scheint die respektable Dorfkirche wie ein Relikt aus ferner preußischer Zeit, die uralten Feldsteine des Turms geflickt mit Ziegeln und Mörtel, die ursprünglichen Eingänge zugemauert, doch der Kirchhof mit den wenigen Grabstätten ist gepflegt und geharkt, mit einer einladenden Bank für die pausierenden Radler. Rundherum ist etwas Dorfleben, spielende Kinder, aber auch verfallende Gebäude mitten im Ort. Hier ist jedenfalls kein Gedränge.

Direkt hinter dem Ortsschild geht es wie gesagt richtig begab, fast schon alpin (für Brandenburger Verhältnisse). Unten erstreckt sich dann das alte Binnendelta der Oder, im 18. Jahrhundert kanalisiert, mit holländischen Experten trockengelegt und das neue Land vom preußischen König an verdiente Adlige verteilt. Schnurgerade Straßen und ordentliche Dorfdurchfahrten prägen heute noch das Bild, stellenweise scheint auch hier die Zeit stehen geblieben zu sein – wo gibt es sonst noch Wohnstraßen, wo keine Autos stehen?

Hinter dem Neuhardenberger Schloss geht's rechts und bald wieder rauf auf die Hochebene, vorbei an alten Dörfern, großzügigen Herrensitzen und Hinterlassenschaften der sozialistischen Baukunst. Ein paar Hügel noch, und alles sieht aus wie gewohnt, die steife Brise aus Westen senkt langsam den Schnitt. Die B5 ist hier eine schmale zweispurige Landstraße, nicht so monströs wie wir das hinter Spandau kennen.


2.7.2020

Wieder waren wir bei bestem Sommerwetter (nicht zu heiß, nicht zu viel Wind) im Brandenburgischen unterwegs, teils auch wieder auf den Spuren der bekannten Triathlonrennen. Wie auch viele andere kleine Orte lädt Giesensdorf mit einer Bank vor der Kirche am alten Dorfanger zum Verweilen ein, da fühlt man sich fast wie in Dänemark.

Zuvor hatten wir schon Kossenblatt durchmessen, wo in früheren Jahren immer ein kleiner Triathlon stattgefunden hat, den wir irgendwie nie ernst genug genommen haben, um ihn in die Jahresplanung aufzunehmen. Dort gibt es sogar zwei Seen, den kleinen und den großen Kossenblatter See, letzterer ist immerhin größer als der unter Triathleten bekanntere Briesener See, der übrigens nur ca. 20 km weiter südlich liegt.

Die gesamte Gegend zwischen Storkow im Norden, Märkisch Buchholz im Westen, Lübben im Süden und Lieberose bzw. Beeskow im Osten ist schönstes Rennrad-Revier mit ruhigen Landstraßen, einigen Hügeln und wenig Verkehr zwischen den vielen kleinen Ortschaften – wie eben Giesensdorf. Nach der ausführlichen Pause dort ging es dann weiter Richtung Scharmützelsee.

Am Nordende des Sees befindet sich das große Strandbad, wo letztes Jahr erstmals der Scharmützelsee-Tri stattgefunden hat, der den Storkower Tri ersetzen soll, der aus allen Nähten geplatzt war. Auf der engen Querung durch Bad Saarow haben wir noch den Linienbus abgehängt und uns dann auf die wunderschöne Passstraße durch den Wald Richtung Kolpin begeben, die auch Teil der Radstrecke ist. Da war das 23er Ritzel meiner Zeitfahrmaschine gerade so ausreichend, um halbwegs effizient hochzukurbeln. Die Anmeldung ist auf 2021 übertragen – hoffen wir das beste bis dahin.


25.6.2020

Mittsommer ist vorbei, das halbe Jahr auch fast schon, und die Hälfte davon haben wir uns statt mit Wettkämpfen mit Dingen beschäftigt, von denen wir nie etwas wissen wollten. Ab sofort werden die Tage wieder kürzer – Zeit für eine Zwischenbilanz und einen vorsichtigen Ausblick.

Um zunächst die Stimmung ein wenig zu heben sind hier wieder ein paar Bilder vom Brandenburger Mittsommerabend kurz vor Sonnenuntergang. Tolle Stimmung, bestes Rennradwetter, endlose Alleen, das Korn wird reif – was will man mehr? Naja, ihr wisst schon, was jetzt kommt, und das wird etwas länger, sorry, ich weiß. Um die Blog-Formate nicht zu überfordern, gibt's hier den Link auf den kompletten Text.


21.6.2020

Nach 20 Jahren ununterbrochener Treue ein Jahr ohne Spreewald-Triathlon? Geht gar nicht! Hier ist unser Bericht vom DoSo-Briesensee-Triathlon 2020.


19.6.2020

Ganz bis nach Wittenberg haben wir es immer noch nicht geschafft, aber den Aktionsbereich schonmal bis nach Jüterbog erweitert. Und eigentlich muss ich sagen – 160 km reichen im Grunde für einen erfüllten Samstag. An jenem Samstag hätte der Spreewald-Tri stattgefunden. Uns dämmerte beim Dahinrollen mit der Zeit, dass das in jeder Hinsicht anspruchsvoll geworden wäre.

Bereits beim morgendlichen Gang zum Bäcker lag eine Schwüle in der Luft, die einen drückend heißen Tag erwarten ließ. Bei solch einer Wetterlage ist meist kaum Wind, so dass der Fahrtwind als einzige Kühlung unterwegs herhalten musste. Ausnahmsweise wurde es sogar wärmer als von den rekordgeilen Wetterdiensten prophezeit, meine Lieblings-Wetterstation auf dem Insulaner hat später 32 Grad gemessen – und ich nehme schon an, dass das im Schatten war. Später kam dann der große Regen...

Aber zurück zum nicht stattgefundenen Wettkampfgeschehen. Wir (Sonja und ich) hatten uns beide für die Mitteldistanz angemeldet. Die Wassertemperaturen sind ja noch Neo-tauglich, aber der Einstieg in denselben wäre schon schweißtreibend geworden. Beim Radfahren wäre es immer heißer geworden, und die vier Lauf-Runden um den Briesener See hätten von Hitze bis Gewitterschauer alles geboten, was zu einem echten Sommertag im Spreewald gehört. Es wäre richtig hart geworden, auch mit besserer Gesamtform als jetzt gerade.

Nach einem ausführlichen Bäckerbesuch in Jüterbog (wirklich eine beeindruckende Altstadt!) machten wir uns nach einer Stadtrundfahrtzusatzschleife wieder auf den Weg nach Norden. Da sah es rechterhand (von wo der Wind kam) schon etwas dunkel aus. Vor Trebbin zuckten die ersten Blitze – wir legten einen Zahn zu, um vielleicht noch vor dem Schauer durchzukommen, aber es reichte nicht. Eine ganz aparte Buswartehalle aus sozialistischen Zeiten kam genau im rechten Moment vorbei und gab uns Gelegenheit für eine ausführlich Brotzeit bei Schüttregen.

Anschließend gab es nur noch Wasser von unten, das kennen wir ja schon (s. letzter Bericht). Rechtzeitig vor dem ganz großen Regen waren wir zuhause. Sonja meint, es regnet immer, wenn wir länger fahren. Da wir den Gedanken an den ausfallenden Spreewald-Tri nicht loswurden, beschlossen wir, am Wochenende drauf unseren privaten DoSo-Spreewald-Familien-Tri abzuhalten – wir freuen uns drauf und werden berichten!


11.6.2020

Der Juni holt den April nach – immerhin ist es etwas wärmer. Trotzdem – nass bleibt nass und Dreck bleibt Dreck. War am Sonntag schönster Frühsommer (die Kornblumen blühten in den surrealsten Blautönen mit viel UV-Anteil für die Bienen) so gab es heute vor allem Wasser von unten, nachdem sich am Nachmittag ein paar schwüle Wolken verdichtet und abgeregnet hatten. Da sammelt man mit der Zeit alles auf, was sich am Boden bei Trockenheit langsam angesammelt hat. Vom Hinterrad der Vorderfrau spritzte ein steter Strom dreckigen Wassers unter den Sattel und lief von dort Dreckschlieren-bildend die Sattelstütze runter Richtung Tretlager. Die Windschattenprosition direkt am Hinterrad ist dann nicht so attraktiv.

Am Wochenende wird dann leider der Spreewald-Tri nicht stattfinden (Ich hatte mich echt für die Mitteldistanz angemeldet!), stattdessen gibt es eine lange Tour, die hoffentlich nicht von Sommergewittern gestoppt wird!


9.6.2020

Ich bin wieder Triathlet! Na fast jedenfalls – was fehlt ist noch die nahtlose Kombination der drei Teil-Sportarten. Gestern war ich das erste Mal seit knapp drei Monaten wieder schwimmen. Der Schlachtensee hatte angenehme 19 Grad (geschätzt), da wäre in der ersten Liga schon wieder Neoverbot gewesen ;-) Die ganz harten waren ja schon bei 10 Grad Anfang Mai unterwegs...

Der Betrieb auf der Liegewiese war bei abends bei 20 Grad Lufttemperatur doch sehr übersichtlich, das lädt eben noch nicht zum klassischen Sonnenbaden ein. Aber der Einstieg war (natürlich mit Neo) lange nicht so schockartig wie erwartet. Es war sogar ganz angenehm, und das Schwimmen selbst fühlte sich überraschend gut und unauffällig an – nach einigen Jahren ist der Bewegungsablauf doch ganz gut ins Kleinhirn eingebrannt. Gefühlt läuft das, und wie schnell es wirklich ist, erscheint derzeit nicht relevant. Wir haben es für den Anfang bei einer knappen halben Stunde bewenden lassen, das ist für die Schultern sicherlich besser. Aber es fühlt sich gut an, das motiviert!

Das Lauftraining auf der Bahn auf dem Dominicus-Sportplatz betreiben wir schon seit ein paar Wochen wieder innerhalb der Grenzen der jeweils aktuellen Corona-Verordnung. Die Sisus teilen sich in mehrere getrennte Gruppen auf und nutzen die Breite der Bahnen aus, um nicht zum Hotspot zu werden. Ich bin ja jetzt der Jeden-Tag-Radfahrer (Zitat Sonja) und bin daher mal kurz mit dem Rennrad vorbeigefahren, um euch ein paar motivierende Bilder zu liefern. Wir können sicherlich nicht beliebig viele Sisus gleichzeitig dort trainieren, aber derzeit scheint es gut zu funktionieren.


7.6.2020

Zur Zeit wird ja alles irgendwie digital: Home-Office, Video-Besprechungen (auch der Sisu-Vorstand), Zwift-Training boomen geradezu, Kontaktpflege per WhatsApp ist Standard, und Klassiker wie die gute alte email tragen ihren Teil bei. Aber alles kann nicht digital sein. Sport beispielsweise findet nicht im Konjunktiv statt (wie Micha Noll sagen würde), sondern draußen, ganz real. Es sind also intelligente Mischungen gefragt aus realen und digitalen Aktivitäten.

Neben dem Sport wird auch das restliche gesellschaftliche Leben teildigitalisiert - heute zum Beispiel die bekannte Fahrradsternfahrt des ADFC, sonst bei gutem Wetter eine Massenveranstaltung und eine Mischung aus Demo für den Radverkehr in der Stadt und Familien-Happening mit Ausfahrt über die Stadtautobahnen. Nach Avus-Fahrt mit Einzelanmeldung wurde aus der Sternfahrt schließlich ein digitaler Fahrradstern mit dem realen Großen Stern im Tiergarten als Zentrum, dessen Geometrie sich am besten auf der digitalen Teilnehmerkarte ersehen lässt.


Quelle: ADFC Berlin, Carolina Mazza/Daniel Pepper

So setzt die Krise immerhin einige Kreativität frei, von der wir vielleicht auch später noch etwas haben werden. Auch unser Sisu-Corona-Blog ist so entstanden, und ohne Corona gäbe es ihn nicht. Und morgen gehe ich Schwimmen im See!


4.6.2020

Irgendwie haben sich die letzten Wochen so vorbeigeschlichen, das Zeitgefühl ist uns ein wenig abhanden gekommen. Ist ja auch klar: Den Triathleten fehlen die saisonalen Höhepunkte, die sonst das Leben takten und strukturieren. Gerade hat der Team-Tri nicht stattgefunden, und das nächste lokale Großereignis, das ausfallen wird, ist der Spreewald-Tri, zu dem Sisu bereits seit Dezember in Klassenstärke angemeldet war. Nach 20 Teilnahmen in ununterbrochener Reihung werden wir diesen Juni erstmals nicht zum Briesener See runterfahren. Die letzten bislang noch nicht abgesagten Wettkämpfe mit Terminen bis Ende August streichen gerade die Segel, darunter der Helenesee-Tri und der Bornsdorf-Tri, bei dem wir dieses Jahr unsere Vereinsmeisterschaft abhalten wollten. Auch BerlinMan und Kallinchen sind längst abgesagt.

Veranstalter mit Terminen im September hoffen weiterhin, und einige eher kommerziell ausgerichtete Veranstalter versuchen, ihre Events in den September zu verschieben. Ob das funktioniert, wird sich zeigen, denn die Tatsache, dass nach August größere Veranstaltungen nicht mehr generell verboten sind, heißt noch lange nicht, dass sie genehmigt werden. Dafür haben nämlich derzeit die Gesundheitsämter das letzte Wort, und die achten z.B. auf Abstandsregeln, die ja weiterhin gelten. Niemand, der etwas zu entscheiden hat, wird riskieren wollen, dass nach einer Sportveranstaltung plötzlich neue Fälle vorliegen, Kontaktpersonen nachverfolgt und Schulen geschlossen werden müssen, wie jetzt gerade in Göttingen passiert. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass z.B. am 5.9. mehrere Großveranstaltungen in mehreren Städten gleichzeitig stattfinden werden, aber ich mag mich irren.

Doch eigentlich wollte ich wieder vom Radfahren berichten. Am Schönefelder Flugfeld (die Route steht jetzt öfter auf dem Menu) blühen derzeit Raps und Mohn miteinander um die Wette – sehr prachtvoll. Auch die Freunde des sozialistischen Motorrads waren unterwegs (stilecht mit VoPo in Uniform am Ende des Zuges) und verbreiteten den charakteristischen Duft von Freiheit im Zweiertakt.

Dank GPS-Navi hatte ich flugs die Standardrunde so geändert, dass ein paar Straßen dabei waren, die uns komplett unbekannt vorkamen, obwohl die Runde insgesamt ganz gewöhnlich erschien. So lud uns der Dorfanger von Dabendorf wie bestellt zur ausführlichen Halbzeitpause ein. Auf dem Spielplatz am Ende des Angers war nichts los, so dass uns Bank und Hängematte zur freien Verfügung standen – die Stelle kann man sich gleich mal merken.


30.5.2020

Privater Wettkampfsport kommt offenbar in Mode. Nach Denise' Marathon und Triathlon am Partwitzer See haben wir einen familieninternen Duathlon abgehalten (Sonja, Domenic und ich). Mit Schwimmen ist es ja noch nicht so weit her, außerdem wollten wir nicht auch noch die Berliner Strände überbevölkern, deshalb haben wir uns für die Duathlon-Variante entschieden mit 5 km Laufen, 40 km Rad und nochmal 5 km Laufen, Wechselgarten bei Susi und mir im Abstellraum.

Penible Planung in Komoot ergab, dass unsere bekannte Laufrunde durch den Stadtpark Wilmersdorf mit Kurve an der Uhlandstraße gut 5,5 km lang ist, das sollte früh um 9 Uhr noch gehen. Dann gut 43 km Rad über Auerbachtunnel, Waldschulallee, Postfenn und Havelchaussee bis runter zur Krone, dort Wende und das ganze zurück. Abschließend ein reines Straßenläufchen von 5,0 km rüber zum Grazer Damm, den runter und dann Wende.

Wir wollten bis zum zweiten Wechsel zusammen bleiben, dann nochmal sehen was geht. So habe ich den ersten Lauf gepaced (musste mich schon echt reinhängen, um die Jugend nicht zu langweilen). Nach einem ruhigen Wechsel machten wir uns dann ohne Hektik auf Richtung Havelchaussee: Schnell fahren bei freier Strecke und so langsam wie nötig bei Verkehr und Ampeln. Ab dem Postfenn konnten wir dann der Aerodynamik und dem Renntempo frönen, und auf dem Rad fährt mir bislang noch niemand weg. Wettkampfluft im Langdistanzeinteiler, das hat doch immer was!

Zum zweiten Wechsel sprangen wir stilecht vom Rad (sogar das Aufspringen am Anfang ging noch unfallfrei). Da Sonja noch Sachen wechseln musste, bekamen Domenic und ich großzügig etwas Vorsprung. Der nahm jedenfalls die Beine in die Hand (nicht ganz wörtlich) und verschwand recht flott aus meinem Sichtfeld. Meine Beine waren wie immer etwas fest und von der Lunge wollen wir nicht reden. Nach einer Weile kam Sonja vorbei und machte sich auf die Verfolgung. Aber wie es so ist, niemand wird gern eingeholt, und so konnte Domenic tatsächlich ein paar Sekunden des gnädig zugestandenen Vorsprungs ins Ziel retten.

Als ich schließlich ankam, stand auch schon Susi da, die von ihrer Radrunde zurück war, die konnte dann gleich die Siegesfotos machen. So schöne Medaillien wie Denise haben wir zwar nicht gebastelt, aber so ein quasi-Wettkampf macht Spaß und spornt doch ungemein an, auch wenn es um nichts geht. Heute gibt's auch keine Corona-Kommentare - freut euch einfach über das schöne Pfingstwochenende!


22.5.2020

Der "Herrentag" war in unseren Augen immer etwas leicht befremdliches: bierselige Radfahrer mit Zweigen am Lenker, das Hängerchen voll mit Nachschub, unkoordinierte Autofahrer (vermutlich auch bierselig), die irgendwo in den Graben fahren – irgendwann hatten wir beschlossen, dass man am Himmelfahrtstag aus Sicherheitsgründen besser nicht Radfahren, sondern höchstens Spazieren geht.

Aber klar – ihr wisst schon, was jetzt kommt – dieses Jahr ist halt alles anders, und der Herrentag war daher ein erfreulich friedlicher Feiertag, an dem eher die Familienausflüge dominierten. Es war also einiges los, aber keine Massen unterwegs, alles sehr zivilisiert. Nachdem ich am Anfang des Lockdowns den Eindruck hatte, dass einige die leeren Straßen zum Rasen nutzen, so hat sich auch dies wieder gegeben.

Wie immer ist etwas weiter draußen eh nichts los. Ich taste mich langsam an den Sisu-Klassiker nach Wittenberg ran, habe heute aber über Felgentreu abgekürzt, was für eine schöne Ortsbezeichnung, da fühlt sich der Rennradfahrer doch gleich wilkommen. Vielleicht kann man ja herausfinden, welche Felgen gemeint waren, vermutlich bereits in vor-velophiler Zeit im alten Preußen. An den riesigen Spargelfelden nördlich von Luckenwalde war offenbar auch Brückentag. Wie diese radtechnisch aufgepeppte Erntemaschine funktioniert, hat sich mir nicht auf den ersten Blick erschlossen, war auch niemand da zum Fragen.

Und sonst? Alles macht irgendwie wieder auf (was schön ist), aber alles unter erschwerten Bedingungen (was ja logisch ist), so dass die ursprünglichen Kapazitäten wovon-auch-immer noch lange nicht wieder erreicht werden. Das gilt für unser neues Lauftraining auf dem Platz, für die Restaurants und Biergärten und leider auch für die öffentlichen und wilden Badestellen, es gab schon Ärger.

Klar, die Ansteckungen pro Tag sind in Berlin und Brandenburg im Vergleich zur Bevölkerung derzeit winzig (ohne Dunkelziffer), aber es gibt immer noch welche, und man weiß nicht vorher wo genau. Na mal sehen, wir tasten uns voran und gehen ansonsten weiter Radfahren.


17.5.2020

Auf unserer Reise in die jüngere Vergangenheit haben wir am Güterfelder Haussee spontan ein wenig in die Abendsonne geschaut. Die Sandburg war schon da, sehr kunstvoll, und außerdem ist die kleine Insel in der Mitte des Sees weg, wo die Schwäne gewohnt hatten. Als wir 2009 hier das erste Mal den Sisu-Sprint ausgerichtet haben, musste die Insel umrundet werden. Der See ist so klein, dass man selbst beim Sprint zwei Runden absolvieren musste, um auf die 750 Meter zu kommen (s. Bericht).

Es war eine schöne Location, aber leider, was die Teilnehmerzahl betrifft, nicht wirklich ausbaufähig. Für mehr Teilnehmer wäre eine olympische Distanz nötig gewesen, das ließ sich dort aber kaum realisieren. Dann wurde die neue Umgehungsstraße, die jetzige L40, begonnen, so dass wir für 2010 und absehbar für die nächsten Jahre ohnehin keine Streckengenehmigung bekamen. So mussten wir nach einem Jahr nach Siethen umziehen. Nach einer Pause 2011 sind wir dann beim Kallinchen-Tri dazugestoßen, denn die waren auch gerade im Umbruch.

Den Kallinchen-Tri haben wir nun bereits 8 Mal mit organisiert, er ist uns ans Herz gewachsen. Umso mehr schmerzt uns die Absage dieses Jahr, aber nach langer und intensiver Diskussion glauben wir, dass es verantwortungsvoll ist, dieses Jahr ohne Wettkampf verstreichen zu lassen und dann für 2021 neu zu planen.

Die Wahrheit ist – wir wissen nicht, wie die Situation Ende dieses Jahres sein wird, niemand weiß das derzeit. Die Epidemie hat uns schon einige Male Überraschungen gebracht, so dass wir unsere Meinung ändern mussten. Vielleicht läuft sich das ganze von selbst tot, dann wären wir zu vorsichtig gewesen, aber danach sieht es bislang nicht aus. Wahrscheinlicher ist wohl, dass wir uns so lange mit kalkuliertem Risiko durchlavieren, bis ein Impfstoff verfügbar oder absehbar in Sicht ist. Dieses große Rennen, dessen Gewinner richtig Geld verdienen werden, läuft auf Hochtouren.

Für den Winterduathlon 2021 wird das wohl zu spät kommen, aber der Winterduathlon ist klein genug, dass wir uns ein angepasstes Durchführungskonzept vorstellen können. Kallinchen 2021 ist dann spät genug, dass es hinkommen könnte, aber das ist jetzt nur Spekulation, Ende des Jahres werden wir mehr wissen.


9.5.2020

Heute haben ich und sicherlich viele andere Läufer und laufende Triathleten überraschend Post vom Lauf der Sympathie erhalten, der bekanntermaßen am 15. März nicht stattgefunden hat. Im Umschlag steckte ein Dankesschreiben, eine Spendenbescheinigung über 14 Euro und – die Finishermedaillie.

Es ist das erste Mal in meiner sportlichen Karriere, dass es eine Medaillie ohne Leistung gibt, doch ich finde, es ist ein netter Zug. Spontan hatte ich nach der (zu dem Zeitpunkt) recht kurzfristigen, aber bereits erwartbaren Absage mein Startgeld als Spende deklariert. Offenbar haben dies viele Teilnehmer getan, und die ausrichtenden Vereine sind recht froh darüber, weil viele Ausgaben bereits getätigt waren. Es ist auch das erste Mal, das ich über so einen geringen Betrag eine offizielle Spendenbescheingung erhalte, die ich dann 2021 beim Finanzamt einreichen werde.

Dies war einer der ersten abgesagten Wettkämpfe, als letztes hatte am 29.2. die Mountain-Challenge noch stattgefunden, eine Woche zuvor unser Winter-Duathlon. Letztlich haben wir Glück gehabt, dass dieser noch ausgerichtet werden konnte, denn zu diesem Zeitpunkt bekamen wir schon ein etwas mieses Gefühl, was da auf uns zurollt. Wir wollten es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wahrhaben. Stattdessen haben wir mit fasziniertem Grusel nach China geschaut, aber haben nicht realisieren wollen, dass es bei uns genauso wird.

Nun – 2 Monate später – haben wir wohl tatsächlich die erste Phase der Pandemie in Bezug auf die Gesundheit halbwegs erfolgreich überstanden und werden nun ausloten, inwieweit wir unsere sportlichen Aktivitäten wieder ausweiten können. Ein – sehr eingeschränkter – Trainingsbetrieb dürfte demnächst wieder möglich sein, Wettkämpfe eher nicht. Wir werden berichten.


4.5.2020

Jetzt ist es passiert – wir sind das erste Mal dieses Jahr auf einer Ausfahrt richtig nass geworden, wurde ja auch mal Zeit. Unberechenbare Schauer und sogar leichte Gewitter waren unterwegs, da hilft nur Regenjacke drüber und durch. Aber da waren wir an den historischen Punkten bereits durch.

In Schönefeld, ihr wisst schon wo, liegt so ein riesiges Gelände mit Klotzbauten, einem Turm und ganz vielen Parkplätzen, da stehen jetzt ganz viele Flugzeuge rum. Dabei dachte ich, die Bilder in Zeitung und Tagesschau stammten aus Frankfurt/M, stimmt aber gar nicht. Die Flugzeuge sind sehr wertvoll, deshalb hat man einen stabilen Zaun gesetzt. Es ist sogar noch viel Fläche frei, die Fliegerei wird also auch in späteren Jahrzehnten dort locker unterschlüpfen können, gut geplant.

Da sind wir auch schon bei der nächsten Begegnung mit der nicht so fernen Vergangenheit: An besagtem Gelände führt die lange Gerade der Brandenburger Zeitfahrmeisterschaften vorbei, die genau an diesem Tag stattgefunden hätten. Die Rücktour in dieser Richtung, dann über Tollkrug, vorbei an den Rapsfeldern nach Brusendorf. Dabei könnte man Einzelzeitfahren ja locker mit Abstandsregeln durchführen: Unterlagen online, Nummer selbst ausdrucken und im Minutenabstand an den Start, auf der Strecke überholen nach Triathlon-Sportordnung. Da sehe ich in der Tat einen ersten ziemlich normalen Wettkampf in 2021.

Etwas weiter im Süden kam dann der Motzensee, den wir umrundet haben, um uns schließlich auf einer netten Bank am Freibad Kallinchen niederzulassen und die in Alufolie verwahrten Brote zu essen, dazu etwas Leitungswasser aus der Radflasche, gut geschüttelt. Es ist ja wirklich noch nicht Sommer, schon klar, aber es war trotzdem besonders leer, wenn man die Szenerie sonst vom Triathlon her kennt.

Nach dem Mellensee kamen dann die Schauer, es gab aber auch nichts historisches mehr, außer dass sonst die Sisu-Gruppe unterwegs gewesen wäre. Noch eine Banane und ein paar selbstgemachte Kekse bei Ludwigsfelde und schon ging's stracks mit nassen Füßen wieder Richtung Norden.


1.5.2020

Zum 1. Mai fassen wir wieder ein wenig Hoffnung – der Regen ist wieder da, aber vor allem darf selbst der Sport ganz langsam wieder hoffen, seinen Platz im öffentlichen Leben einzunehmen. Bis zu einem normalen Trainingsbetrieb und Wettkämpfen, wie wir sie kennen und lieben, ist es aber noch ein ganzes Stück hin.

Wir haben uns an einige Komplikationen im Leben gewöhnt, aber das Virus ist nicht aus der Welt, und ein massenhaft verfügbarer Impfstoff ist dieses Jahr sicherlich noch nicht in Sicht. Die Alternative – komplette Durchseuchung – will wohl doch niemand ausprobieren, und ich muss sagen - ich auch nicht.

Das heißt, dass wir weiterhin Abstand halten müssen. Damit ist Gruppentraining mit Trainer im bekannten Modus auf recht lange Sicht noch nicht wieder möglich. Aktuell geht nur Personal Training außerhalb von Sportanlagen. Individuell darf man auch wieder auf Sportplätze, aber mit den üblichen Abstandsregeln. Im Mai werden möglicherweise kleine Gruppen wieder zugelassen – wir werden das beobachten und als Verein dann neu planen, in welcher Form wir Training anbieten können.

Ein paar Veranstalter hoffen wohl noch auf Wettkämpfe ab September, sei es wie geplant oder verlegt, aber da bin ich sehr skeptisch. Mit voller Teilnehmerzahl wird das kaum gehen, mit Zuschauern erst recht nicht, das ist nicht wirklich kontrollierbar. Im Oktober werden dann die Seen kalt, aber es wird sich nichts geändert haben. Das ist die harte Realität.

Macht trotzdem das beste daraus! Wir werden wieder Triathlon machen, da bin ich sicher. Arbeitet an euren Grundlagen, feilt an eurer Rad-/Lauf-Technik und rafft euch hin und wieder zur Athletik auf. Und gießt regelmäßig die Blumen!


23.4.2020

Wo bleibt eigentlich das gewohnte Aprilwetter? Könnt ihr euch noch erinnern, wie das geht? Unplanbare Regenschauer, gern mal ein paar Schneeflocken und mit viel Glück auch ein fast kompletter Sonnentag, selten mal warm. Naja, des Radlers Glück ist für Wald und Acker nicht so toll, mal sehen, was der restliche Frühling noch bringt.

Jedenfalls – wenn man nichts abends noch zum Schwimmen muss, kann man jetzt dank Sommerzeit in der Woche die Radausfahrt so planen, dass man mit den letzten Sonnenstrahlen wieder zu Hause ist. Das tut der Seele gut, und die Rad-Form steigt an.

Eigentlich würde jetzt die Wettkampfsaison so richtig beginnen mit den Duathlons, erst dem Ruppiner und in zwei Wochen der Spreewald-Duathlon. Dazwischen hatten wir uns auf die Brandenburger Zeitfahrmeisterschaften gefreut, an denen wir letztes Jahr erstmals teilgenommen hatten.

Wir werden sehen, wie sich alles entwickelt. Die Abiturienten müssen jetzt doch ran, dann MSA und anschließend die weiteren Schüler. Die meisten Läden haben wieder offen, und es gibt sogar wieder Klopapier. Aber was passiert, wenn die Ansteckungswelle wieder losgeht – bleibt es beherrschbar oder müssen wir wieder alles dicht machen? Wir werden es erfahren, denn wir führen gerade ein Experiment mit der Grundgesamtheit durch. Bleibt vorsichtig und zurückhaltend, dann funktioniert es vielleicht!


18.4.2020

Auch eine Woche nach Ostern (und fünf Wochen nach dem letzten Schwimmtraining) verlockt das tolle Frühlingswetter zu ausgedehnten Ausfahrten. Dieser April wird uns in Erinnerung bleiben, nun auch wegen der rekordverdächtig geringen Regenmenge.

Nunmehr deutlich sichtbar haben die allgemeinen Unannehmlichkeiten einen deutlichen Effekt auf die Ansteckungswelle: Mittlerweile werden in Berlin pro Tag mehr Leute wieder gesund als sich anstecken, d.h. wir haben einen Wendepunkt erwirkt! Wenn wir so weitermachen, dann ebbt die Welle langsam ab – aber können wir unabsehbar so weitermachen? Da das nicht der Fall ist, schauen wir jetzt, wie weit wir zu mehr öffentlichem Leben zurückkehren können, ohne dass wieder exponentielles Wachstum einsetzt. Leider wird der organisierte Sport dabei nicht sehr weit vorn auf der Liste stehen.

Großveranstaltungen sind jetzt bis Ende August untersagt, d.h. auch der Kallinchen-Triathlon wird nicht wie geplant stattfinden. Eine ausführliche Information und Regelung für die Teilnehmer ist in Arbeit. Realistisch gesehen wird sich bis Ende August die Lage nicht grundlegend geändert haben – geringe Durchseuchung der Bevölkerung und noch kein Impfstoff. 700 Teilnehmer in Kallinchen in der Wechselzone? Die hiesige Triathlon-Saison ist daher de facto gelaufen. Was das international heißt, d.h. wann und wie z.B. Ironman-Wettkämpfe wieder stattinden können, ist derzeit unklar. Wie es aussieht, gewöhnen wir uns immer noch ganz langsam an die vollen Auswirkungen der Epedemie. Dabei will ich es jetzt erstmal belassen...

Ach ja: die Bilder stammen von meiner letzten Ausfahrt über die Ketziner Fähre. Ich war wirklich allein mit dem Kapitän!


11.4.2020

Ostern steht vor der Tür, und es sind mittlerweile 4 Wochen ohne Vereins-Schwimmtraining herum (abgesehen von den anderen ungewöhnlichen Dingen). Irgendwie kann ich bislang auch ohne Schwimmen ganz gut leben, aber was fehlt, das ist die Kommunikation mit den anderen Sisus beim gemeinsamen Training, sei es im Becken, auf dem Laufplatz oder auf der gemeinsamen Radausfahrt. Ihr fehlt mir! Jeder macht so gut es eben geht weiter, aber die sportlichen Ziele verschwinden in immer weiterer Ferne. Es ist ein wenig wie in einem bösen Traum oder bei Franz Kafka: Immer wenn man etwas zum Greifen nah glaubt, entschwindet es wieder unerreichbar.

Die ITU hat alle Wettkämpfe bis Ende Juni abgesagt, die DTU übernimmt dies im Prinzip. Vor ein paar Tagen wurde auch unsere Regionalliga Ost komplett abgesagt, was ich vernünftig finde. Die meisten Veranstalter in Berlin und Brandenburg warten immer noch mit konkreten Absagen – es wird hierfür eine gemeinsame offizielle Ansage geben müssen.

Auch über unseren Kallinchen-Triathlon Ende August denken wir natürlich nach. Zur Zeit können wir uns 700 Triathleten zusammen in der Wechselzone nicht so richtig vorstellen. Über eine konkrete Regelung informieren wir, sobald wir eine haben oder es eine offizielle Regelung der BTU gibt.

Derweil erfreuen wir uns des anhaltend schönen Wetters, denn je weiter man sich per Rad von Berlin entfenrt, desto schöner und ruhiger wird es (s. Bilder). Selbstversorgung ist angesagt, nur gut das die Taschen der aktuellen Trikots so schön dehnbar sind. Die Bäckerei in Blankensee macht Stehverkauf vor dem Hof, aber besser wäre es, wenn nicht alle auf einmal da herumstehen.

Am heutigen Ostersamstag hätte der Sisu-Klassiker (in großer Gruppe nach Wittenberg und zurück) stattgefunden, auch der fällt aus, vielleicht sind ja einzelne Sisus unterwegs.

Die Osterfeuer in Brandenburg fallen dieses Jahr sogar doppelt aus: erstens wegen Corona, außerdem habe wir schon wieder Waldbrandstufe 4. Na schön, dann machen wir uns einen ruhigen Abend und suchen am Sonntag Eier im Wohnzimmer und auf dem Balkon.

So, das war eine lange Litanei... Trotzdem wünschen wir allen Sisus und allen Lesern ein schönes Osterfest!


8.4.2020

So kann das Wetter bleiben: kurze Sachen ohne zu schwitzen, Sonne und kein Wind. Und eine Pause an alter Wirkungsstätte - erkennt ihr es? Es ist jetzt 10 Jahre her. Dieser Strand ist natürlich gesperrt, aber wie man hört, waren schon die ersten Sisus woanders im See unterwegs, oha!

 


2.4.2020

Nun ist das letzte Schwimmtraining drei Wochen her, das Leben hat sich für die meisten Menschen deutlich entschleunigt, einige (mich eingeschlossen) arbeiten fast normal, einige sind besonders gefordert oder müssen ihr Kinder beschäftigen. Insgesamt läuft aber wenig, die angestrebten Klimaziele werden wir dieses Jahr vermutlich locker einhalten.

Wie es aussieht steigt das Verdoppelungsintervall der Infizierten-Zahl langsam an, mittlerweile von ca. 3 Tagen auf jetzt 6 Tage (Quelle: rbb24.de), d.h. die Kurve hat sich tatsächlich abgeflacht dank unser aller Bemühungen. Das sieht nicht so schlecht aus, obwohl es natürlich Unsicherheiten gibt. z.B. ist die Dunkelziffer und deren Veränderung nicht wirkich bekannt. Leider wird das Osterfest als Familienfeier trotzdem weitgehend flachfallen. Wir werden eine Menge nachzuholen haben.

Wie schon in den vorigen Wochen war das Wetter schön, wenn auch noch kühl, so habe ich voller Vorfreude die Zeitfahrmaschine rausgeholt und die neuen Laufräder eingeweiht. Deshalb machen wir doch Triathlon – fliegen auf Höhe Null. Das erste Mal Aeroposition ist immer ungewohnt (Mann ist das tief und schmal), aber nach ein paar Kilometern läuft es, die Lockerheit kommt wieder, nur die Beine kurbeln. Nach böigem Gegenwind Richtung Süden kommt sogar die Sonne raus und die Laufräder surren leise zurück Richtung Stadt. Dort fällt auf, dass viele Menschen jetzt Joggen und Radfahren – das ist doch schön!


26.3.2020

Mittlerweile ist das letzte Schwimmtraining schon zwei Wochen her. Langsam werden wir wieder zu Duathleten. Hätte es vor Erfindung des Schwimmbads schon Triathon gegeben, wäre das im Frühjahr wohl immer so gewesen, im Grunde also ein natürlicher Zustand, macht euch also nichts draus.

Trotz konkreterer Regeln zur Verhinderung von Ansteckungen (eine Ausgangssperre wurde damit formal verhindert) dürfen wir weiterhin draußen Laufen und Radfahren, allerdings maximal zu zweit. So schön die Sache mit dem Windschatten auch ist, lasst es derzeit lieber. Jetzt ist auch Olympia abgesagt, und uns schwant, dass die Sommersaison vielleicht ohne Wettkämpfe zu Ende gehen könnte.

Macht also das beste draus! Wegen der Spazierwut der Berliner ist der Grunewald fürs Mountainbiken eh nicht mehr richtig gemütlich. Sogar die Wildschweine sind tagsüber irgendwie nervös statt zu schlafen, auf unserer letzten Geländefahrt am Samstag wurde die Website von einer lossprintenden Wildsau umgerannt, auch mal was neues. Das Schwein hatte wohl die Geschwindigkeit falsch eingeschätzt und statt hinter mir durchzuschlüpfen offenbar mit der Schnauze genau die Bremsscheibe getroffen, jedenfalls war die verbogen und Wildschweinblut am Rad. Die Rippenprellung (meine) wird langsam wieder besser.

Also doch endgültig aufs Rennrad umsteigen. Die Brandenburger Landstraßen sind nachmittags übrigens deutlich leerer als die Havelchaussee und die Krone (s.o.), fahrt also lieber raus aufs Land. Ab Sonntag ist wieder Sommerzeit (das findet trotz Corona statt), das gibt auf einen Schlag ca. 30 Rennradkilometer mehr bis zur Dämmerung.


20.3.2020

Seit einer Woche sind die Sportanlagen geschlossen, und weitere Schutzmaßnahmen kündigen sich an. Bislang ist Freiluftsport einzeln oder zu zweit nicht untersagt, aber das mag sich ändern. Haltet euch an die Regeln und fahrt nicht in größeren Gruppen.

Langsam sollten wir uns daran gewöhnen, dass die Wettkampfsaison nicht nach den Osterferien einfach wieder aufgenommen wird. Zu diesem Zeitpunkt wird man wohl erst absehen können, wie steil und hoch die Ansteckungskurve wirklich verläuft und wie lange die ganze Sache noch dauern wird. Die ersten Wettkämpfe für Mai sind abgesagt, weitere werden folgen, Olympia wackelt auch schon. Bis wir den normalen Betrieb wieder aufnehmen, wird die Saison wahrscheinlich vorbei sein.

Daher denke Ich, es bringt nichts, verlorenen Trainingskilometern nachzutrauern und zu versuchen, den Trainingsumfang verbissen voll aufrecht zu erhalten. Wir alle sind Hobbysportler, Amateure im besten Sinn. Genießt einfach mal die ungewöhnliche Ruhe und gebt dem Reflex nach, nur auf dem Sofa zu sitzen. Es ist erstaunlich, welche Zeitreserven frei werden, wenn man nur nach Wohlgefühl trainiert.

Manche digitalen Möglichkeiten ermöglichen Indoor-Sport in virtueller Gesellschaft oder ganz simpel face-to-face per Skype (s. Bild). Probiert Übungen aus, zu denen ihr sonst nie Lust hattet, auch das bringt uns weiter und entwickelt Fähigkeiten, die vielleicht ab der nächsten Saison nutzen.


15.3.2020

Bei aller Ungewissheit konnten wir heute in Brandenburg eine sonnige Rennradrunde genießen. Einzeln und in kleinen Grüppchen war einiges los auf den Straßen, wohingegen der Autoverkehr eher mäßig ist.

Wer weiß, was die kommende Woche noch bringt – hoffen wir, dass die Ansteckungskurve halbwegs flach bleibt. Helft mit und verhaltet euch kontrolliert.

Unsere Triathleten auf Mallorca mussten alles Training einstellen (Spanien hat landesweit eine Ausgangssperre verhängt), müssen auf ihren Zimmern bleiben und werden versuchen, vorzeitig wieder nach Hause zu kommen.


14.3.2020

Tag eins der allgemeinen Schließung: Herrliches Sonnenwetter, alle Leute gehen spazieren, am Rad-Treffpunkt um 10 war die Website allein. Es war eine schöne Wannsee-Runde, während viele schon aufs Rennrad gestiegen sind. Gruß auch an die Vereinskollegen auf Mallorca – fahrt schön und alles Gute weiterhin!


13.3.2020 abends

Die offiziellen Schließungen aufgrund Corona haben uns eingeholt: Ab morgen, 14.3. sind alle Bäder geschlossen und ab kommende Woche auch alle sonstigen Sportanlagen. Damit fällt das gesamte Vereinstraining ab sofort auf unbestimmte Zeit aus. Wir informieren euch, wenn sich die Lage ändert.

Privates Lauf- oder Radtraining einzelner Sportler ist nicht verboten, die Seen sind noch etwas kühl, viel Erfolg!


13.3.2020 nachmittags

Aufgrund der aktuellen Lage bzgl. der Verbreitung des Coronavirus haben wir als Sisu-Vorstand entschieden, nicht in einer abwartenden Haltung zu verbleiben, sondern entsprechend unserer Verantwortung proaktiv sämtliche Trainingsangebote in geschlossenen Hallen bis auf Weiteres auszusetzen. Dies betrifft alle Schwimmzeiten im Ankogel- und Götzbad sowie die Laufzeiten in der Harbighalle.

Das Lauftraining auf dem Domenicussportplatz kann weiter durchgeführt werden. Wir werden versuchen, bereits ab kommenden Dienstag, den 17.3. auf den Sportplatz auszuweichen.

 


© TriGe Sisu Berlin; 2020 .. 2021